Der europäische Markt für Altbatterien steht nach Einschätzung des Londoner Analyseunternehmens Circular Energy Storage (CES) vor einer grundlegenden Neubewertung. Im Bericht „The Provisioning Trap“ warnt CES-Gründer Hans Eric Melin davor, heutige End-of-Life-Kosten zur Grundlage von langfristigen Rückstellungen, Gebühren- und Vertragsmodellen im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung zu machen. Selbst Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) mit vergleichsweise geringem Materialwert hält Melin perspektivisch nicht für einen verlorenen Recyclingfall. Der Markt befinde sich derzeit in einer extrem frühen und teuren Phase, die mit den ökonomischen Bedingungen der 2030er Jahre, wenn große Rücklaufmengen erwartet werden, nur begrenzt vergleichbar sei.
Derzeit sind die Altbatterie-Mengen niedrig, und der Wettbewerb und um verfügbaren Feedstock ist intensiv; Fixkosten dominieren die Verwertungskosten. Genau in dieser Phase schließen Produzenten, Batterieeigentümer und Organisationen für Herstellerverantwortung (Producer Responsibility Organisations, PRO) derzeit Vereinbarungen, die operative und finanzielle Pflichten über zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre prägen könnten. Eine solche Fortschreibung in einem künftigen Markt, der laut CES deutlich günstiger zu bedienen sein dürfte, hält Melin jedoch für falsch. „Eine zentrale Erkenntnis ist, dass Batterien, die in diesem Jahr auf den Markt kommen, über ihre Lebensdauer hinweg einen positiven Nettowert haben werden – getrieben vor allem durch Wiederverwendung und Umnutzung, unterstützt durch Recyclingökonomien, von denen wir erwarten, dass sie sich mit zunehmendem Rücklaufvolumen schrittweise verbessern“, erklärt er gegenüber EUWID. ...




