VOEB fordert wegen Brandrisiken höhere Sammelquoten und Pfand auf Batterien

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe spricht sich angesichts der steigenden Brandrisiken falsch entsorgter Batterien für eine Verschärfung der Sammelziele aus. Außerdem erneuert der VOEB seine Forderung nach der Einführung eines Batteriepfands. Die Regelungen der neuen EU-Batterieverordnung stellen zwar aus Sicht des Entsorgerverbandes aufgrund der vorgeschriebenen Quoten für das Recycling von alten Batterien sowie für den Rezyklateinsatz in der Neuproduktion einen Schritt in die richtige Richtung dar. Durch den Verzicht auf ein europäisches Pfandsystem für Batterien greife das Regelwerk aber zu kurz, kritisiert der VOEB.

Tatsächlich sieht die Batterieverordnung lediglich eine Prüfpflicht für ein solches System vor. Allerdings erlaube eine Öffnungsklausel die Einführung nationaler Systeme, betont der österreichische Verband. In Deutschland hatte zuletzt auch die Umwelthilfe anlässlich der anstehenden Überarbeitung des Batteriegesetzes unter anderem erneut ein Pfand auf Batterien gefordert.

„Ein Batteriepfand in Österreich ist aus mehreren Gründen das Gebot der Stunde“, erklärt VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly. Falsch entsorgte Batterien stellten ein großes Risiko für Mitarbeiter und Betriebe dar und gefährdeten die Entsorgungssicherheit. „Nicht zuletzt auch aus Umweltschutzgründen liegt eine Pfandlösung nahe, denn knappe Ressourcen fordern besseres Recycling. Nur bei getrennter Sammlung können Batterien auch recycelt und Wertstoffe wie Aluminium, Kobalt oder Lithium wiederverwertet werden“, so Jüly. So könnten auch Rohstoffimporte reduziert werden.

Die Batterieverordnung sieht außerdem für Gerätebatterien eine Anhebung der Sammelziele in zwei Schritten von gegenwärtig 45 auf 73 Prozent im Jahr 2030 vor. Dem VOEB geht das aber noch nicht weit genug. So fordert der Entsorgerverband sogar eine Anhebung auf 90 Prozent. „Was für PET-Flaschen gilt, sollte auch für Lithium-Ionen-Batterien möglich sein“, erklärt Verbandspräsidentin Jüly mit Verweis auf die von der EU für PET-Flaschen beschlossene Mindestsammelquote von 90 Prozent.

Der VOEB begründet seine Forderungen auch mit Schätzungen der Montanuniversität Leoben, wonach in Österreich jährlich fast drei Mio Lithium-Ionen-Batterien im Restmüll landen. Die Menge habe sich dabei in den letzten sechs Jahren verdoppelt und die Tendenz sei weiter stark steigend. Damit wachse auch die Brandgefahr für Beschäftigte und Betriebe der Abfallbranche.

Die beiden Vertreter der Montanuniversität Leoben, Professor Roland Pomberger und Thomas Nigl, sehen einen „eindeutigen Zusammenhang zwischen der steigenden Anzahl von Lithium-Batterien im Restmüll und den Bränden bei Recyclingbetrieben“. Diese hätten sich in Österreich in den letzten zwölf Jahren mehr als verfünffacht. Da aufgrund der wachsenden Zahl an Geräten und Batterieanwendungen auch in Österreich immer mehr Batterien auf den Markt kommen, rechnen die Wissenschaftler mit einer weiteren Verdoppelung der im Restmüll befindlichen Lithium-Ionen-Batterien auf sechs Mio Stück im Jahr.

Hersteller sollen sich an Kosten für Versicherungen und Brandschutz beteiligen

Das damit einhergehende Problem wachsender Brandrisiken könne und wolle die Entsorgungswirtschaft allein nicht lösen, betont VOEB-Präsidentin Jüly. „Schließlich haben wir es auch nicht verursacht.“ Der Verband fordert daher eine Herstellerverantwortung, die über Aufklärung und Information der Öffentlichkeit hinausgeht und eine konkrete Kostenbeteiligung der Produzenten – etwa über eine Fondslösung – an Schulungsmaßnahmen, an erhöhten Versicherungsprämien sowie Investitionen in Brandschutztechnik vorsieht.

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