Versalis und ACEA Ambiente planen Kunststoffrecyclingkooperation

Das italienische Chemieunternehmen Versalis und der Entsorger ACEA Ambiente wollen gemeinsam die Verwertung von Kunststoffabfällen aus dem Post-Consumer-Bereich und aus der Industrie vorantreiben. Dazu haben sie Ende Juli eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Diese sieht vor, dass die beiden Unternehmen Abfallströme aus den Anlagen von ACEA Ambiente analysieren und auswählen, um deren Eignung für die Recyclingverfahren von Versalis zu untersuchen. „Das gemeinsame Ziel ist die Entwicklung einer integrierten industriellen Lieferkette, die in der Lage ist, hochwertige Recyclingkunststoffe zu produzieren – auch durch mögliche Investitionen in neue Anlagen und die Optimierung bestehender Prozesse“, so Versalis und ACEA Ambiente in einer Mitteilung.

Die Absichtserklärung bezieht sich nach ihren Angaben auch auf die gemeinsame Bewertung von Lösungen für das chemische Recycling einschließlich des von Versalis entwickelten „Hoop“-Verfahrens, um Kunststoffabfälle, die nicht mechanisch recycelt werden können, zu verwerten. Versalis hatte im Juni eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 6.000 Tonnen pro Jahr für das Pyrolyseverfahren in Mantua in Norditalien eröffnet.

Aufbau skalierbarer Lieferketten das Ziel

„Diese Vereinbarung bekräftigt unser Engagement für den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe, indem wir unser industrielles und technologisches Know-how mit dem eines strategischen Partners wie ACEA Ambiente kombinieren“, sagte Adriano Alfani, der CEO von Versalis. Er verwies auf die mechanische Recyclinganlage für Polystyrol, die sein Unternehmen im März in Porto Marghera in Betrieb genommen hat, sowie die Demonstrationsanlage in Mantua und eine geplante großtechnische Hoop-Anlage mit einer Kapazität von 40.000 Jahrestonnen in Priolo auf Sizilien. „Unser Ziel ist es, nachhaltigere, skalierbarere Lieferketten aufzubauen, die Kunststoffabfällen einen Mehrwert verleihen und den Übergang zu einer emissionsarmen Zukunft unterstützen“, sagte Alfani.

Gabriele Di Cintio, der CEO von ACEA Ambiente, unterstrich das langjährige Engagement des Entsorgers für die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Lösungen. Die Vereinbarung mit Versalis sei „ein strategischer Schritt hin zu einem integrierten Industriemodell, das Wertstoffe aus Kunststoffabfällen zurückgewinnt und einen greifbaren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft des Landes leistet“. Gleichzeitig stärke sie die Rolle von ACEA Ambiente beim ökologischen Wandel und der schrittweisen Dekarbonisierung industrieller Prozesse.

Die Partnerschaft mit Versalis vereine die Expertise des Unternehmens in der Abfallbehandlung und der Führung komplexer Anlagen mit dem Know-how eines führenden Akteurs der chemischen Industrie, so Di Cintio weiter. Er verwies auf das Netzwerk des Unternehmens von Sortierplattformen und Anlagen für die Verwertung und das Recycling von Kunststoffen, die eine wichtige Ressource für den Aufbau effizienter und nachvollziehbarer Lieferketten darstellten. „Unser Ziel ist es, selbst aus den schwierigsten Kunststoffen Wertstoffe zurückzugewinnen, hochwertige Sekundärrohstoffe zu produzieren und die Umweltbelastung insgesamt zu reduzieren“, sagte Di Cintio.

Versalis gehört zum italienischen Mineralölkonzern ENI. ACEA Ambiente ist eine Tochtergesellschaft des Versorgers ACEA, der in den Bereichen Wasser, Strom und Erdgas aktiv ist. Hauptaktionär der börsennotierten Muttergesellschaft ist die Stadt Rom mit einem Anteil von 51 Prozent, der französische Umweltkonzern Suez ist mit 23 Prozent an dem Unternehmen beteiligt.   

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