Umweltschutzgruppen rufen „Plastiküberlastungstag“ aus

Umweltschutzorganisationen haben den vergangenen Freitag zum „Plastiküberlastungstag“ ausgerufen. Analog zum Erdüberlastungstag, der den Tag markiert, ab dem der Verbrauch natürlicher Ressourcen die Grenzen der Nachhaltigkeit übersteigt, soll der „Plastic Overshoot Day“, der in diesem Jahr auf den 28. Juli fiel, den Zeitpunkt aufzeigen, ab dem die weltweiten Kapazitäten für die umweltgerechte Behandlung von Kunststoff­abfällen nicht mehr ausreichen.

Ein Bericht der Schweizer Organisation Earth Action schätzt das weltweite Aufkommen an Kunststoffabfall aus Anwendungen mit kurzer Lebensdauer wie Verpackungen und Einwegprodukten 2023 auf rund 159 Mio Tonnen. Weil die Kunststoffproduktion in den letzten zehn Jahren 20 mal schneller gestiegen sei als die Recyclingkapazität, werde Hochrechnungen zufolge 43 Prozent des Aufkommens an diesem Plastikmüll in diesem Jahr nicht umweltgerecht entsorgt, sondern verschmutze die Umwelt, so Earth Action. Dies entspreche einer Menge von etwa 68,5 Mio Tonnen. Als umweltgerechte Entsorgung wertet der Bericht Sammlung gefolgt von Recycling, kontrollierter Verbrennung oder Deponierung.

„Es wird zwar helfen, die Kapazitäten für die Abfallwirtschaft weltweit zu verbessern“, sagte John Duncan, Leiter der Initiative gegen Umweltverschmutzung durch Kunststoff der Umweltorganisation WWF. „Doch wir müssen unsere Anstrengungen auf die vorgelagerte Reduzierung und auf die Gestaltung des Systems konzentrieren, denn hier liegen die größten Chancen“.

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