
Umicore hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten angepasst. Der belgische Metallurgiekonzern rechnet für 2024 nur noch mit einem bereinigten EBITDA in einer Spanne von 760 bis 800 Mio €. Ursprünglich hatte Umicore eine Spanne von 900 bis 950 Mio € prognostiziert. Im Vorjahr betrug das bereinigte EBITDA des Konzerns noch 972 Mio €.
Grund für die Anpassung der Gewinnprognose sind die schlechten Geschäfte mit Batteriematerialien. Aufgrund des deutlich verlangsamten Nachfragewachstums nach Elektrofahrzeugen, das sich auf die gesamte Lieferkette auswirke, seien die Nachfrageprognosen der Kunden für Umicores Batteriematerialien in den letzten Wochen stark zurückgegangen, erklärt der Konzern. Infolgedessen könnte das Volumen von Umicores Batteriematerialien im Jahr 2024 gleich hoch oder sogar leicht niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr. Vor diesem Hintergrund wird für das Geschäftsfeld Battery Materials im laufenden Geschäftsjahr ein bereinigtes EBITDA „nahe der Gewinnschwelle“ erwartet. Zuvor war Umicore hier noch von einem Ergebnisbeitrag in Höhe von 135 Mio € ausgegangen.
Als Reaktion auf die Konjunkturabschwächung und die laufenden Überprüfungen der Investitionspläne der Hersteller von Elektrofahrzeugen hat Umicore einen Prozess der Neubewertung der Wachstumsprognosen nach 2024 eingeleitet. Der Konzern will dabei eng mit seinen Kunden zusammenarbeiten, um in den kommenden Monaten Klarheit zu schaffen. Angesichts des langsameren Anlaufs prüfe man auch Möglichkeiten zur Anpassung der Kostenstruktur, heißt es weiter.
Übrige Geschäftsbereiche laufen weiter stabil
In den übrigen Geschäftsbereichen von Umicore sei die Gesamtleistung im bisherigen Jahresverlauf weiterhin „robust“ und entspreche insgesamt den Markterwartungen, betont der Konzern. Die Geschäfte in den Bereichen Katalyse, Recycling und Spezialmaterialien könnten somit weiter starke Erträge und freie Cashflows sowie branchenführende Renditen erzielen.
„Wir bauen weiterhin auf die soliden Grundlagen unserer komplementären etablierten Geschäfte, die in ihren jeweiligen Märkten weltweit führend sind. Sie sind die Grundlage für einen starken Cashflow und hohe Renditen sowie die Quelle unseres umfangreichen Wissens und unserer Erfahrung. Dies unterstreicht unsere Ambition, diesen Erfolg für unser Batteriematerialgeschäft zu wiederholen“, erklärte der neue Chef von Umicore, Bart Sap.
Änderungen in der Konzernführung vollzogen
Sap wurde am 16. Mai zum CEO ernannt. Er folgte damit auf Mathias Miedreich, der sein Amt im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat niedergelegt habe, dem Konzern aber in den kommenden Monaten weiterhin beratend zur Seite stehen soll, hieß es.
Sap ist bereits seit 20 Jahren für Umicore tätig und war zuletzt seit März 2021 Executive Vice President des Geschäftsbereichs Catalysis. Zum Nachfolger auf diesem Posten wurde Jensen Verhelle ernannt. Auch dem Management Board gehört Verhelle jetzt an.
Verlassen hat Umicore Mitte Mai hingegen Frank Daufenbach. Die Zuständigkeiten des bisherigen Chief Strategy Officers sollen unter den anderen Mitgliedern des Management Boards aufgeteilt werden, berichtete der Konzern weiter.



