Studie liefert Überblick über niederländischen Alttextilhandel

Einen Überblick über die niederländischen Im- und vor allem Exporte an Alttextilien liefert eine aktuelle Studie der Circle Economy Foundation, die im Auftrag der Behörde Rijkswaterstaat erarbeitet wurde. Demnach wurden im Jahr 2022 rund 248.000 Tonnen Gebrauchtkleidung exportiert, was etwa 84 Prozent der insgesamt in den Niederlanden getrennt erfassten Altkleidern entspricht. Damit seien die Niederlande unter den zehn größten Altkleiderexporteuren weltweit.

Darüber hinaus diskutiert die Studie anhand von konkreten Länderbeispielen auch den Nutzen sowie die Probleme des weltweiten Altkleidergeschäfts sowie wirtschaftliche Instrumente im Umgang mit Alttextilien wie etwa die erweiterte Herstellerverantwortung.

Wichtigstes Exportland für niederländische Alttextilien ist der Studie zufolge Polen, gefolgt von Pakistan und mit größerem Abstand Kamerun, Kirgisistan und Deutschland, Ghana, Kasachstan, Vereinigte Arabische Emirate, Litauen und Belgien. Allerdings betonen die Studienautoren, dass den Textilausfuhren innerhalb der EU in der Regel weitere Exporte über die EU hinaus folgen, beispielsweise wenn Altkleider zur Sortierung nach Polen geliefert werden.

Zudem stammen nicht alle von den Niederlanden exportierten Gebrauchttextilien aus den Niederlanden selbst. So werden knapp 100.000 Tonnen an Altkleidern pro Jahr aus anderen Ländern zur Sortierung importiert, hauptsächlich aus Deutschland. Umgekehrt werden mit 55 Prozent über die Hälfte der in den Niederlanden gesammelten Textilien zur Sortierung ins Ausland geliefert, was die komplexen internationalen Lieferbeziehungen im Altkleidergeschäft unterstreicht. Nach dem Verlassen der Niederlande durchlaufen diese Textilien eine immer komplexere umgekehrte Wertschöpfungskette, in der große Mengen über die Grenzen hinweg transportiert werden.

Einerseits steht der Handel mit Secondhand-Bekleidung für einen nachhaltigen Umgang mit gebrauchten Textilien und dafür, Menschen auf der ganzen mit erschwinglicher Bekleidung zu versorgen. Andererseits sorge der weltweite Altkleiderhandel in seiner derzeitigen Form auch für eine Reihe von Problemen in Bezug auf Umweltauswirkungen und Fragen der sozialen Gerechtigkeit.

Die knapp 60 Seiten umfassende Studie, die sich insbesondere auf Expertenbefragungen stützt, ist unter dem Titel: „Destinations of Dutch used Textiles – Uses and Risks after Export“ erschienen und steht hier zum Download bereit.

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