
In einer Wertstoff-Sortieranlage des Abfallzweckverbands für den Großraum Paris (Syctom) ist am Montagabend gegen 19:30 Uhr ein Großbrand ausgebrochen, der erst in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle gebracht werden konnte. Von den 31 Mitarbeitern, die sich zu der Zeit dort befanden, wurde nach Angaben des Syctom niemand verletzt, französische Medien berichteten von einer leicht durch Rauchgase verletzten Person.
Die Sortieranlage und ihr Gebäude wurden durch den Brand zerstört, ebenso ein Lagergebäude für Ballen. Dagegen sei das Verwaltungsgebäude quasi unbeschädigt geblieben, ebenso benachbarte Gebäude.
Die Sortieranlage „Paris XVIIe“ befindet sich innerhalb der Ringautobahn im 17. Arrondissements am Rande des Stadtteils Batignolles, in direkter Nähe zu verschiedenen öffentlichen Gebäuden, darunter der neue Pariser Justizpalast. Über dem Gelände stand eine riesige dunkle Rauchwolke, nach Angaben der Polizei ging jedoch bisherigen Erkenntnissen zufolge keine Gesundheitsgefahr von ihr aus.
Ausgebrochen ist das Feuer in einem Lagerbereich für Altpapier nach der Sortierung, berichtete Corentin Duprey, der Präsident des Zweckverbands. Die automatische Brandbekämpfungsanlage habe zwar funktioniert, sei aber nicht ausreichend gewesen.
Zur Brandursache gab es zunächst noch keine Angaben. Die Feuerwehr sei sehr schnell zur Stelle gewesen, aber das Feuer sei so heftig gewesen, dass das ganze Gebäude in Flammen aufging, sagte Geoffroy Boulard, der Bürgermeister des 17. Arrondissements. Die Feuerwehr war mit rund 60 Löschfahrzeugen und 200 Kräften im Einsatz. Vor allem sollte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindert werden. Um die Anfahrt der Feuerwehr zu erleichtern, wurde ein Abschnitt der Ringautobahn in beiden Richtungen gesperrt.
Sachschaden „sehr hoch“
Der Sachschaden wurde noch nicht genau beziffert, ist jedoch nach Aussage von Corentin Duprey „sehr hoch“. Die Sortieranlage wurde im Juni 2019 eröffnet, das Investitionsvolumen wurde damals auf 67 Mio € beziffert. Ihre Kapazität lag bei 15 Tonnen pro Stunde bzw. 45.000 Tonnen pro Jahr. Zur technischen Ausstattung gehörten unter anderem 13 optische Sortierlinien. Betrieben wurde das Sortierzentrum nach Angaben von Syctom vom französischen Umweltkonzern Suez.
In der Anlage wurden getrennt gesammelte Verpackungsabfälle wie Kunststoff sowie Altpapier aus sieben Pariser Arrondissements und vier benachbarten Kommunen sortiert. Im Einzugsbereich leben rund 900.000 Einwohner. Die gesammelten Wertstoffe werden nun nach Angaben von Corentin Duprey im Großraum Paris auf zwei andere Sortieranlagen des Syctom in Romainville und Nanterre verteilt und auf eine Anlage des Recycling- und Entsorgungsunternehmens Paprec in Blanc-Mesnil.
Das Sortierzentrum befindet sich in einem Mischgebiet, dem „Eco-Quartier“ Clichy-Batignolles, und wurde ambitioniert architektonisch und landschaftlich gestaltet. Begrünten Flächen und der Verwendung von erneuerbaren Baumaterialien wie Holz sei der Vorrang eingeräumt worden, so Syctom. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 250 kWp installiert.
Das Zentrum war die zweite Sortieranlage, die von Syctom innerhalb der Pariser Stadtgrenzen errichtet wurde. Die erste befindet sich im 15. Arrondissement und wurde 2011 in Betrieb genommen. Sie hat eine Kapazität von rund 32.000 Tonnen pro Jahr. (eigener Bericht / dpa)









