
Schwedische Verbände wollen die Ukraine dabei unterstützen, die Siedlungsabfallwirtschaft zu stärken und an EU-Standards anzupassen. Sida, die schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit, stellt für ein entsprechendes Programm 160 Mio Kronen (ca. 14 Mio €) bereit.
Das Projekt soll von 2024 bis 2027 von dem Entsorgerverband Avfall Sverige und Salar, der Interessenvertretung von Kommunen und Regionen, umgesetzt werden. Dazu haben die schwedischen Partner eine Vereinbarung geschlossen, wie Avfall Sverige vergangene Woche bekannt gab.
Schweden reagiere mit dem Programm auf ein Ersuchen der ukrainischen Regierung um Unterstützung in mehreren Bereichen, berichtet der Verband. „Diese Initiative wird große Vorteile für die Umwelt, die Nachhaltigkeit, den Klimaschutz und die Lebensqualität der ukrainischen Bürger bringen“, sagte Tony Clark, der CEO von Avfall Sverige. Der Schwerpunkt werde insbesondere auf der grünen Wende und der nachhaltigen Entwicklung liegen. „Das Engagement der Kommunen ist bei diesem Vorhaben von entscheidender Bedeutung, und ihre Bemühungen werden ein Schlüsselfaktor für die Erreichung dieser Ziele sein“, so Clark.
Eine umfassende Analyse der Situation in der Ukraine hat nach Aussage von Avfall Sverige Herausforderungen aufgezeigt, darunter eine übermäßige Abhängigkeit von der Deponierung, unzureichendes Recycling sowie das Fehlen von Leitlinien für die Planung und von kohärenten nationalen Strategien für die Bewirtschaftung von Abfällen. Ziel sei es, eine systemische Reform auf mehreren Ebenen anzustoßen, die in allen ukrainischen Kommunen eine effizientere Abfallsammlung, Recycling und nachhaltige Behandlungspraktiken einführt, so der Verband.
Das Programm wird sich nach seinen Angaben auf zwei Säulen stützen: die Verbesserung der Governance, also der politischen, Verwaltungs- und auch finanziellen Rahmenbedingungen, sowie den Kapazitätsaufbau auf lokaler und regionaler Ebene durch gezielte technische Hilfe, Wissensaustausch und Infrastrukturunterstützung.
Ein wichtiger Teil der Strategie seien Pilotprojekte mit innovativen Modellen für die Abfallbewirtschaftung in ausgewählten Gruppen von Kommunen. Dies soll die interkommunale Zusammenarbeit und die Weitergabe von schwedischer Expertise, Erfahrungen und operativem Know-how fördern, so Afvall Sverige.



