Saubermacher und Salesianer testen Recycling gewerblicher Alttextilien

Der Entsorger Saubermacher und der Wäschedienstleister Salesianer, beide in Österreich ansässig, wollen gemeinsam Recyclingwege für Alttextilien aus gewerblichen Anwendungen erproben. Im Fokus eines angekündigten zwölfmonatigen Pilotprojekts stehen Arbeitskleidung sowie Wäsche aus Hotellerie und Gesundheitseinrichtungen, die gesammelt, sortiert und praxisnah auf mögliche geschlossene oder teilgeschlossene Materialkreisläufe geprüft werden sollen.

„Miettextilien aus dem professionellen Wäschereibereich sind ein besonders spannender Rohstoffstrom für die Kreislaufwirtschaft“, sagt Eva-Maria Wurzer, Projektleiterin für Textilrecycling bei Saubermacher. „Durch die kontinuierlich anfallenden und gut planbaren Mengen entstehen ideale Voraussetzungen, um Recyclinglösungen effizient umzusetzen.“ Zugleich liegen vergleichsweise gute Informationen zu Materialarten und Nutzungszyklen vor, heißt es in einer Pressemitteilung. Den Zugang zu den entsprechenden Daten bringe Salesianer in das Projekt ein ebenso wie den direkten Zugang zu Alttextilien. Saubermacher übernimmt den Angaben zufolge die Bewertung der Textilien, die Sortierung und Materialbestimmung sowie die Koordination von Recycling und Wiederverwendung. Letztere habe Priorität, sei bei gewerblichen Textilien aber aufgrund von Materialmischungen, Verschleiß und Verschmutzungen nur eingeschränkt möglich. 

„Umso wichtiger ist es, nachhaltige Lösungen für das Ende ihres Lebenszyklus zu entwickeln“, ergänzt Phillip-Sebastian Marchl, Geschäftsführer von Salesianer Österreich. Mit dem Pilotprojekt sollen konkrete Grundlagen geschaffen werden. Im Fokus stehe die Untersuchung, welche Qualitäten wieder in textile Anwendungen zurückführbar sind und für welche Fraktionen der Einsatz in Produkten außerhalb der Textilindustrie infrage kommt, heißt es in der Mitteilung weiter. Ziel sei vor allem, „neue Wege abseits der thermischen Verwertung aufzuzeigen“, so Saubermacher-CEO Andreas Opelt. 

Als weiterer Schwerpunkt des Pilotvorhabens wird die Identifikation möglicher Abnehmermärkte für recycelbare Textilfraktionen genannt. Für bestimmte Qualitäten kämen sogenannte Open-Loop-Lösungen in Betracht, etwa zur Fertigung von Automobilzubehör, Dämmstoffen, Möbeln oder Akustikpaneelen. Die Ergebnisse sollen als Basis für eine potenzielle Skalierung und Markteinführung dienen. Zudem eröffne eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie die Möglichkeit, bereits bei der Entwicklung neuer Textilprodukte Ansätze eines „Design for Recycling“ mitzudenken. 

- Anzeige -
Relevante Märkte
Hier finden Sie passende Marktpreise

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -