Rom möchte endlich Müllverbrennungsanlage bauen

Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri will mit dem Bau einer Müllverbrennungsanlage das seit Jahren bestehende Abfallproblem der italienischen Hauptstadt weiter in den Griff bekommen.

Die Anlage solle dabei Wärme und Energie erzeugen und helfen, dem Ziel, keine Deponien mehr zu brauchen, näher zu kommen, erklärte der Sozialdemokrat Gualtieri am Mittwoch. Fertig sein könnte sie möglicherweise bis 2025.

„Es ist Zeit, die Saga zu beenden, die schon zu lange dauert“, erläuterte der ehemalige italienische Finanzminister. Die „Ewige Stadt“ kämpft seit Jahren mit erheblichen Problemen bei der Abfallentsorgung. Während das von Touristen gern besuchte historische Zentrum meist von Müllbergen verschont bleibt, quellen in vielen Wohnvierteln regelmäßig die Tonnen über. Wildschweine liefen dort schon auf Futtersuche durch die Straßen.

Bis heute verarbeitet Rom laut Gualtieri nur zwei Prozent seines Abfalls auf eigenem Gebiet. Das sei ein „lächerlicher Prozentsatz“, den man in keiner großen italienischen Stadt finde und der weit von europäischen Standards entfernt sei. Ein Großteil des Mülls wird aus dem Stadtgebiet in andere italienische Regionen gebracht. Die Vorgängerverwaltung der Fünf-Sterne-Politikerin um die frühere Bürgermeisterin Virginia Raggi bekam das Problem nicht in den Griff. Im Oktober 2021 wurde sie abgewählt.

Ihr Nachfolger Gualtieri ging mit einem Sonderputzplan bis Jahresende in den Problemgebieten gegen den Abfall vor und stattete den kommunalen Entsorger Ama mit mehr Personal und Fahrzeugen aus. Rund 1.200 Tonnen Müll muss die Stadt täglich auf Deponien entsorgen. Die neue Anlage soll laut Gualtieri den Bedarf an Deponiekapazitäten deutlich verringern. (dpa)

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