RMV macht sich bereit für Verwertung von Traktionsbatterien in Frankreich

Generaldirektorin Vanessa Montagne erläutert Herausforderungen

In Frankreich ist mit Jahresbeginn die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für Lithiumbatterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen in Kraft getreten. Hersteller können individuelle Rücknahme- und Verwertungssysteme aufbauen oder sich dem kollektiven System Recycler Mon Véhicule (RMV) anschließen, das im vergangenen August die Zulassung durch das Umweltministerium erhielt. Bereits 2024 wurde es als Herstellerorganisation (PRO) für Altfahrzeuge anerkannt.

RMV wird für seine Mitglieder die Sammlung und Verwertung von Traktionsbatterien aus Autos und leichten Nutzfahrzeugen sowie von Batterien über 25 Kilogramm aus zwei- und dreirädrigen Motorrädern, Quads und Mikrofahrzeugen organisieren. Starterbatterien oder Batterien aus leichten Verkehrsmitteln fallen nicht in den Aufgabenbereich.

Die Mitglieder von RMV vertreten 85 Marken, darunter im Automobilsektor BMW, Mercedes-Benz, Porsche, Volvo, Lotus, Ferrari, Mitsubishi, Subaru, BYD und XPeng. Aus dem Motorradsektor haben sich unter anderem die Marken Yamaha, Kawasaki, Triumph und Ducati angeschlossen. Den eigenen Marktanteil beziffert RMV auf zehn Prozent bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen und 60 Prozent bei den anderen Kategorien. 2024 haben die Mitglieder den Angaben zufolge fast 376.000 Fahrzeuge in Frankreich in Verkehr gebracht.

Das Verfahren zur Auswahl von Logistik- und Verwertungspartnern für das Recycling von Traktionsbatterien ist im vergangenen Halbjahr in Form von zwei Ausschreibungen und einem Aufruf zur Interessenbekundung angelaufen. Das System steht dabei nach den Worten seiner Generaldirektorin Vanessa Montagne gleich vor mehreren Herausforderungen. Neben der kurzen Frist gehört zu ihnen ein Mangel an umfangreichen Kapazitäten für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Die ersten großen Anlagen befänden sich noch in der Anlaufphase, so Montagne gegenüber EUWID.

„Die Aufbereitung von Schwarzmasse zur Gewinnung strategischer Metalle wie Lithium, Kobalt und Mangan ist eine Frage der industriellen Souveränität Frankreichs und Europas.“ Doch entsprechende Anlagen existierten noch nicht oder befänden sich erst im Prototypenstadium.

Auch Altfahrzeugverwerter müssen Montagne zufolge rasch ihre Kompetenzen erweitern. „Sie sind die ersten Anlaufstellen für Elektrofahrzeuge am Ende ihrer Lebensdauer, aber viele sind noch nicht dafür ausgerüstet oder geschult, die Batterien sicher zu demontieren, zu diagnostizieren und brandschutzkonform zu lagern.“

Für die Zweitnutzung von Batterien müssen die Strukturen ebenfalls noch geschaffen werden, so Montagne: „Frankreich muss neue Ketten integrieren, doch die technischen Standards auf europäischer Ebene sind noch nicht vereinheitlicht.“...

Weiterlesen mit

Sie können diesen Artikel nur mit einem gültigen Abonnement und nach erfolgter Anmeldung nutzen. Registrierte Abonnenten können nach Eingabe ihrer E-Mail-Adresse und ihres Passworts auf alle Artikel zugreifen.
- Anzeige -

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -