Die Branchenplattform Rehubs hat diese Woche einen Aktionsplan für den massiven Ausbau des Textil-zu-Textil-Recyclings in Europa vorgelegt: Bis 2032 sollen Kapazitäten geschaffen werden, um jährlich 2,5 Mio Tonnen Altkleider und Textilabfälle in neue Fasern zu überführen – ein Anteil von rund 35 bis 40 Prozent am EU-weiten Gesamtaufkommen. Dafür soll die derzeit fragmentierte Lieferkette durch ein End-to-End-Management von Sammlung, Sortierung, Recycling und Herstellung besser verzahnt werden, um künftig verlässliche Mengen an Recyclingfasern mit verlässlicher Qualität und transparenten Kosten zu sichern. Die Initiative rechnet mit erforderlichen Anfangsinvestitionen von fünf bis sechs Mrd € und will diese aus privaten und öffentlichen Quellen mobilisieren.
Als grundlegendes Problem, weshalb das Textilrecycling nicht vorankommt, identifiziert Rehubs eine Angebots-Nachfrage-Pattsituation: Recycelte Fasern sind bislang teurer als Neuware und das bei inkonstanter Beschaffenheit, was die Nachfrage der Marken hemme. Gleichzeitig fehlen den potenziellen Investoren die nötigen Abnahmegarantien, um Kapazitäten auszubauen. Das führe zu einem strukturellen Stillstand, der nun mit einem Bündel von Maßnahmen durchbrochen werden soll.
Unterstützt wird Rehubs laut Angaben auf der Homepage von rund 30 Partnern, darunter Handelsketten wie Inditex, Mango oder Decathlon, Sammler und Sortierer wie Refashion und Texaid, Technologieanbieter sowie die Chemiekonzerne BASF und Indorama Ventures. Initiiert wurde die Plattform 2021 durch den europäischen Textilverband Euratex, um Aktivitäten im Bereich Kreislaufwirtschaft zu koordinieren und durch gemeinsames Handeln voranzubringen. Mit der aktuellen Veröffentlichung liegt nun ein umfassendes Strategiepapier für die kommenden Jahre vor.
Bestandsaufnahme der Infrastruktur und Harmonisierung von EPR-Systemen
Noch im vierten Quartal 2025 soll eine systematische Bestandsaufnahme der europäischen Infrastruktur für Sammlung, Sortierung und Recycling erarbeitet werden. Auf dieser Basis könne man gezielt Lücken ausmachen und planen, wie diese geschlossen werden können. Parallel dazu will Rehubs Zusagen von Unternehmenschefs einholen, die sich auf höchster Ebene zu einer Beteiligung am Ausbau der Lieferkette und an der Investition in Recyclingkapazitäten bekennen. ...




