Die Porsche Schweiz AG hat eine Partnerschaft mit der im Kanton Solothurn ansässigen Librec AG geschlossen, um einen einheitlichen Recyclingweg für Antriebsbatterien zu etablieren. Wie der Importeur am Mittwoch mitteilte, gilt die Vereinbarung für alle Schweizer Zentren der Automarke. Ziel sei es, die Hochvoltsysteme am Ende ihres Lebenszyklus landesweit nach identischen, hohen Qualitäts- und Sicherheitsvorgaben aufzubereiten.
Ausgediente Batterien sollen künftig von den Händlern an den Librec-Standort in Biberist überführt werden. Dort erfolge die Sortierung, Entladung, Demontage und mechanische Zerkleinerung. Über die Weiterverarbeitung der dabei entstehenden Schwarzmasse und die Veredelung der enthaltenen Nickel-, Kobalt-, Lithium- und Mangananteile zu hochreinen Rohstoffen durch Partnerunternehmen entscheide Librec.
Der Schritt ist vor dem Hintergrund künftig steigender EV-Rücklaufmengen zu sehen. Im Jahr 2025 lag der Anteil an voll- und teilelektrifizierten Fahrzeugen an den Schweizer Porsche-Neuzulassungen bei 46 Prozent, deutlich über dem Marktdurchschnitt von 34 Prozent, heißt es von Seiten des Unternehmens. Zwar seien die Batterien auf eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren ausgelegt, aber die Muttergesellschaft strebe perspektivisch einen geschlossenen Materialkreislauf an.
Für Librec bedeutet die Partnerschaft einen namhaften Kundenzugang für die Anlage, die wie berichtet im November 2024 den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat. Der Standort ist auf eine jährliche Verarbeitungskapazität von 12.000 Tonnen ausgelegt. Die Rückgewinnungsquote der wertvollen Batteriemetalle liegt den Angaben des Unternehmens zufolge bei über 97 Prozent. Strategisch ist Librec unter anderem mit dem norddeutschen Multimetallrecycler Aurubis verbunden, der Anteile an dem Schweizer Verwerter hält.




