Pharmakonzern Roche erklärt Sanierung seines Teils der Kesslergrube für beendet

Die Sanierung des westlichen Teils der Altablagerung Kesslergrube im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet ist beendet. Nach dem Rückbau der gesamten Sanierungsbaustelle Ende Juni hat die Roche Group den in ihrem Verantwortungsbereich liegenden Teil des Sanierungsprojekts neun Jahre nach dem offiziellen Spatenstich nun erfolgreich abgeschlossen, gab der Schweizer Pharmakonzern gestern bekannt. Insgesamt 361.000 Tonnen belastetes Erdreich hat Roche von der ehemaligen Mischdeponie im Ortsteil Grenzach der baden-württembergischen Gemeinde Grenzach-Wyhlen ausgehoben und zur thermischen Entsorgung abtransportiert. Rund 239 Mio € hat das Pharmaunternehmen in die Sanierung des „Roche-Areals“ in Summe investiert.

„Heute dürfen wir stolz feststellen: Wir haben ein substanzielles Umweltproblem in nicht einmal einem Jahrzehnt ein für alle Mal aus der Welt geschafft. Eine jahrzehntelang kontaminierte Brachfläche ist damit wieder uneingeschränkt gewerblich-industriell nutzbar und am Rheinufer entsteht mit der Renaturierung wieder ein Raum für Biodiversität“, erklärt Hagen Pfundner, Vorsitzender der Roche Deutschland Holding GmbH, in dem von Roche präsentierten Abschlussbericht.

Gordon Bedford, Chief Group Safety, Security, Health & Environment Officer vom Mutterkonzern, ergänzte: „Wir übernehmen die Verantwortung für alle Abfälle, die an unseren Standorten anfallen, einschließlich der Abfälle, die zuvor an unseren Standorten oder auf Deponien abgelagert wurden. Roche ist der Ansicht, dass bestehende Deponien mit gefährlichen Abfällen proaktiv angegangen werden müssen, mittels neuester Technologie und Zusammenarbeit.“

Wie berichtet, hatte sich Roche dazu entschieden, seinen rund 14.000 Quadratmeter großen Teil der Kesslergrube, den Perimeter 1, mittels Komplettaushub mit externer thermischer Entsorgung zu sanieren. Die 361.000 Tonnen belastetes Erdreich wurden in 13.447 gasdichten und havariesicheren Spezialtransportcontainern zur Verbrennung nach Deutschland, Belgien und in die Niederlande verbracht. Bereits seit März 2022 gilt das Roche-Areal der Kesslergrube damit als „chemiefrei“. Der Rückbau der gesamten Sanierungsinfrastruktur dauerte weitere zwei Jahre. Den Abschluss des Sanierungsprojekts bildete diesen Sommer die Installation der Messstellen für die fortlaufende Grundwasserkontrolle.

Sanierung des BASF-Abschnitts startet voraussichtlich erst 2030

Während der eine Teil der Kesslergrube damit nun saniert ist, stehen die Arbeiten im östlichen Teil, dem Perimeter 2, erst am Anfang. Dieser rund 32.000 Quadratmeter große Abschnitt fällt in den Zuständigkeitsbereich des deutschen Chemiekonzerns BASF. Anders als Roche will das Ludwigshafener Unternehmen das belastete Erdreich aber nicht ausgraben. Stattdessen verfolgte BASF jahrelang den Plan, seinen Teil der Altlast „einzukapseln“, um so eine Schadstoffausbreitung zu verhindern.

Mitte letzten Jahres wurden diese Pläne jedoch gestoppt. Stattdessen will BASF nun auf ein Verfahren der „Thermischen Dekontamination“ setzen, wie der Chemiekonzern im Frühjahr dieses Jahres bekannt gab. Dabei handelt es sich um eine Wärmebehandlung, mit der die Schadstoffe aus Boden und Grundwasser entfernt werden sollen. Diese vorläufige Vorzugsvariante soll den Angaben zufolge nun in weiteren detaillierten Untersuchungen validiert werden. BASF geht davon aus, dass voraussichtlich erst im Jahr 2030 mit der Sanierung begonnen werden kann.

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