Österreich: Zwei Drittel werfen Altkleider in Sammelcontainer

Die getrennte Sammlung von Altkleidern ist für die weit überwiegende Mehrheit der Österreicher selbstverständlich. Nach einer Studie der Altstoff Recycling Austria (ARA) geben vier von fünf Österreicherinnen und Österreicher an, ihre Altkleidung zu sammeln, teilte die ARA auf Basis einer Online-Befragung vom September vergangenen Jahres mit.

Demnach entsorgen 68 Prozent Kleidungsstücke im Altkleider-Container, 42 Prozent geben die Textilien an Freunde, Familie oder Bekannte weiter, 21 Prozent bringen sie in den Secondhand-Laden, 16 Prozent nutzen Kleidersammel-Programme im Handel und weitere 15 Prozent bewahren ihre Altkleider auf. Eignen sich diese nicht mehr zum Weitergeben, nutzen 42 Prozent der Befragten die alten Kleidungsstücke zum Putzen. Mehrfachnennungen waren möglich.

Damit noch mehr Textilien gesammelt werden, wünschen sich der ARA zufolge 39 Prozent mehr Sammelbehälter, 34 Prozent wären für ein Belohnungssystem im Handel. Rund ein Drittel möchte den Sinn der getrennten Sammlung besser verstehen. Für die Entsorgung von Textilien werden sogar zusätzliche Strecken in Kauf genommen: Zwei Drittel gehen einen extra Weg für die Entsorgung von Alttextilien. Jedoch verbindet auch der Großteil der Bevölkerung die Entsorgung von Textilien mit einem größeren Zeitaufwand.

Vor dem Hintergrund der für 2025 EU-weit geforderten Getrenntsammlung von Alttextilien arbeitet die ARA unterdessen als Sortier- und Logistikpartnerin mit der Lenzing-Gruppe an einem Recyclingprojekt, das bis 2025 jährlich rund 50.000 Tonnen Textilabfälle verarbeiten soll, erklärt ARA-Vorstand Martin Prieler: „Das Vermeiden von Textilien, vor allem in Hinblick auf den sich immer stärker entwickelnden ‚Fast-Fashion-Trend‘, ist die erste Maßnahme für einen ökologischeren Umgang mit unseren Rohstoffen. Wir setzen dann bei den weiteren Schritten der Abfallhierarchie – nämlich dem Recycling – an.“

Im Rahmen des Pilotprojekts werden Alttextilien gesammelt, an die ARA übergeben und anschließend an die Caritas geliefert, wo sie mit Hilfe einer Recyclinganlage von Hand sortiert werden. Beim Lenzing-Partner Södra werden diese Textilabfälle aus Mischgewebe so aufbereitet, um anschließend wieder als Sekundärrohstoff bei der Produktion neuer Lyocell- und Viscosefasern eingesetzt zu werden.

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