
Auf Einladung des BMUV und des Umweltministeriums Schleswig-Holstein fand am Montag eine Veranstaltung zum Thema Munitionsaltlasten in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU in Brüssel statt. Ziel des Treffens war es, das Thema auch auf die europäische Agenda zu setzen und die bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen, heißt es in einer Mitteilung des Landes Schleswig-Holstein. „Munitionsaltlasten liegen leider in allen europäischen Meeren und trotzdem ist der Umgang damit und auch das Wissen darüber sehr unterschiedlich“, so Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). „Ein europäisch abgestimmtes Vorgehen hätte viele Vorteile für die Umwelt, aber auch für die Wirtschaft, die die Technologien für die Bergung liefern soll.“
Allein auf dem Grund der deutschen Nord- und Ostsee sollen rund 1,6 Mio Tonnen Munition liegen. Zahlen für die europäischen Gewässer liegen der Pressemitteilung zufolge noch nicht vor. Für die gesamte Ostsee wird die Munitionsbelastung auf etwa 600.000 Tonnen geschätzt. Durch Seekriegshandlungen während der beiden Weltkriege oder auch Verklappungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs liege die Munition nun seit mehr als acht Jahrzehnten auf dem Meeresgrund. Die Hüllen rosteten und der innenliegende Sprengstoff komme in Kontakt mit der Meeresumwelt, wo er sich verbreiten und Eingang in die Nahrungskette finden könne. Verschiedene Stoffe seien krebserregend und bauen sich im Wasser nicht ab, heißt es in der Pressemitteilung.
Im besonderen Fokus der Dialogveranstaltung habe das Sofortprogramm der Bundesregierung zur Munitionsbergung in Nord- und Ostsee gestanden (EUWID 37/2024). Deutschland sei beim Thema Munition im Meer mit den Pilotbergungen und der geplanten mobilen Entsorgungsplattform international führend. „Die Erkenntnisse aus dem Sofortprogramm nutzen der ganzen Weltgemeinschaft“, so Minister Goldschmidt. Er warb dafür, die internationale Vernetzung weiter auszubauen und weitere Bereiche wie Verwaltungen und Wirtschaft zu integrieren. Dazu verwies er auf die vom 18. bis 20. Juni 2025 zum zweiten Mal stattfindende „Kiel Munitions Clearance Week“ (www.link.euwid.de/munition). Dort würden sich Fachleute aus der ganzen Welt informieren und zum Thema Munitionsbergung vernetzen.



