Mehr Österreicher betrachten Abfälle als wichtige Rohstoffe

Das Bewusstsein für den Wert von Abfällen und die Genauigkeit bei der Mülltrennung haben in Österreich in den letzten Jahren zugenommen. Und ältere Bürger über 60 kennen sich besonders gut mit dem Thema Mülltrennung aus. Dies sind zentrale Erkenntnisse einer 2024 zum zweiten Mal im Auftrag des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) durchgeführten, landesweiten Befragung.

2018 hatte der VOEB seine erste Umfrage zum Thema Mülltrennung in Auftrag gegeben. Seitdem habe sich vor allem das Wissen um Abfall als Rohstofflieferant positiv entwickelt, berichtet der Verband. Während 2018 nur rund die Hälfte der Österreicher Abfälle als einen wichtigen Teil einer ökologischen Kreislaufwirtschaft einstufte, stimmen heute drei von vier Befragten dieser Aussage zu.

„Das ist ein deutliches Plus von 37 Prozent und freut uns wirklich sehr“, kommentiert Veronika Wüster, Geschäftsführerin des VOEB. „Neben der Vermeidung ist vor allem die Verwertung von Abfällen für die österreichische Wirtschaft von großer Bedeutung. Rohstoffe werden immer knapper und teurer, wir sind daher auf das Recycling von Abfällen angewiesen.“

Knapp 90 Prozent der Befragten gaben außerdem an, Recycling für wichtig und sinnvoll zu halten; weniger als ein Prozent war der Meinung, dass Recycling überhaupt nicht sinnvoll sei. Gut 85 Prozent wünschen sich, dass künftig aller Produkte recycelbar sind und ebenso viele Befragte fordern höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung zum Thema Recycling. 

Etwa 85 Prozent der Österreicher gaben in der aktuellen Umfrage auch an, „sehr genau“ oder „eher genau“ auf Mülltrennung zu achten. Dabei wurde deutlich, dass die Achtsamkeit mit zunehmendem Alter steigt. So lag der Anteil der genau sortierenden Babyboomer bei mehr als 90 Prozent während sich in der Generation Z der 14 bis 30-jährigen lediglich drei Viertel in diesen Kategorien einstuften.

In der regionalen Betrachtung zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern und Großstädten in Österreich. In Tirol und Vorarlberg achten jeweils 93 Prozent der Befragten „sehr genau“ oder „eher genau“ auf Mülltrennung. Deutlich niedriger war der Wert mit knapp 70 Prozent in der Hauptstadt Wien. Auch in Salzburg lag der Anteil mit gut 80 Prozent vergleichsweise niedrig. In den Regionen Niederösterreich/Burgenland, Oberösterreich, Kärnten und Steiermark schwankten die Werte jeweils um die 90-Prozent-Marke.

Gut 80 Prozent der Österreicher waren sich auch „sicher“ bzw. „eher sicher“ bei der Frage, welcher Abfall in welche Tonne gehört. Auch hier zeigt sich eine stetig steigende Tendenz mit zunehmendem Alter, von gut 70 Prozent bei der jüngsten Altersgruppe über 80 bis 90 Prozent bei den Millennials und der Generation X bis gut 90 Prozent bei der Ältesten.

„Je älter man ist, desto eher hat man sich im eigenen Haushalt mit dem Thema Mülltrennung auseinandergesetzt“, erklärt Wüster. „Wir müssen trotzdem die Jungen besser informieren und zum Trennen motivieren. Oft scheitert die getrennte Entsorgung von Abfall an mangelndem Wissen oder – zum Beispiel im städtischen Bereich – daran, dass nicht jeder getrennte Abfall von der Müllabfuhr direkt abgeholt wird.“

Zu einem ähnlichen Ergebnis in Bezug auf die Altersstruktur und den Informationsbedarf insbesondere bei jüngeren Menschen war im letzten Herbst auch eine VOEB-Studie zum Thema Abfallvermeidung gekommen. Besonders die jüngste Generation müsse noch stärker sensibilisiert werden, hieß es damals. Nur etwa einem Viertel der 14- bis 19-Jährigen sei es demnach wichtig, die eigene Abfallmenge zu reduzieren.

Die aktuelle Umfrage wurde online von Marketagent.com durchgeführt. Von Ende Juni bis Anfang Juli wurden 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt. Die Auswahl sei dabei repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, so der Verband.

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