
Das österreichische Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Loacker weitet sein Auslandsgeschäft aus und ist künftig in neun europäischen Ländern aktiv. Die bereits in Deutschland, der Schweiz, Italien, Polen, Ungarn, Liechtenstein, der Slowakei und auf dem Heimatmarkt Österreich tätige Unternehmensgruppe aus Götzis steigt beim tschechischen NE-Metallrecycler Saker ein. Mit 50 Prozent will sich Loacker an der Saker spol. s.r.o. mit Sitz in Kroměříž im Südosten des Landes beteiligen. Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens, dessen Name gleichbleiben soll, wurde am 11. März beim Bundeskartellamt angemeldet. Die Freigabe steht noch aus.
Die Saker-Gruppe wurde 1992 gegründet und ist im Besitz der Familie Klement. Das Unternehmen besitzt zwei Schrottplätze, einen am Firmensitz Kroměříž und einen weiteren in der östlich von Prag gelegenen Stadt Pečky, der von der Firma Saker Pečky spol. s.r.o. betrieben wird. Zudem betreibt Saker am Firmensitz in Kroměříž noch die Aluminiumgießerei Alusak. Zusätzlich besitzt Saker noch eine Minderheitsbeteiligung von zehn Prozent an dem slowakischen Unternehmen Saker s.r.o. mit Betriebsstätten in Košice, Vráble und Zohor, das der tschechische Konzern bereits 2020 ebenfalls an Loacker verkauft hat.
Dem jüngsten im tschechischen Handelsregister veröffentlichten Konzernbericht zufolge beschäftigte die Saker-Gruppe (ohne die slowakische Beteiligung) 2023 insgesamt 166 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Konzernumsatz von 3,6 Mrd. Tschechischen Kronen (ca. 146 Mio. €). Das operative Ergebnis betrug 115,5 Mio. Kronen (4,7 Mio. €), das Nachsteuerergebnis lag bei 71,3 Mio. Kronen (2,9 Mio. €).
Wie Loacker und Saker auf EUWID-Nachfrage mitteilten, wollen beide Unternehmen einen nicht spezifizierten gleich hohen Betrag in das neue tschechische Gemeinschaftsunternehmen investieren. Mit den Geldern soll die Effizienz der Produktionsprozesse verbessert und das Angebot komplexer Dienstleistungen ausgebaut werden.
Betont werden zudem die Synergieeffekte: Loacker bringe Know-how in Schrottverwertung, Prozess- und Finanzmanagement sowie die Rückendeckung eines großen, starken Unternehmens in das Joint Venture ein. Saker wiederum verfüge über Know-how in der Legierungsherstellung und im Schrotthandel und biete Zugang zu den regionalen tschechischen Märkten.
Insgesamt verbessere der Zusammenschluss von Loacker und Saker die finanzielle Stabilität, die Geschäftsmöglichkeiten und die zukünftige Entwicklung des tschechischen Unternehmens, erklärten die beiden Partner.


