Der kanadische Batterierecycler Li-Cycle hat Gläubigerschutz nach dem kanadischen Insolvenzrecht beantragt. Gleichzeitig strebt das Unternehmen die Anerkennung des Verfahrens in den USA nach Chapter 15 des dortigen Insolvenzrechts an. Diese Schritte wurden am 14. Mai in einer offiziellen Pressemitteilung bekanntgegeben. Zentraler Akteur im geplanten Restrukturierungs- und Verkaufsprozess ist der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore: Li-Cycles „größter gesicherter Gläubiger“ habe die Bereitstellung eines Notfallkredits über 10,5 Mio US-Dollar zugesagt, der unter anderem den Weiterbetrieb des Recyclingwerks in Sülzetal bei Magdeburg sichern soll. Zudem habe Glencore ein erstes Mindestgebot in Höhe von 40 Mio Dollar abgegeben, das die Übernahme wesentlicher Verbindlichkeiten und Vermögenswerte vorsieht – darunter auch das operative Geschäft in Deutschland.
Die aktuellen Maßnahmen bauen auf einer Entwicklung auf, die sich bereits im Frühjahr abzeichnete und die auf anhaltende Kostensteigerungen und Liquiditätsengpässe folgt. Ende März bestätigte Li-Cycle den Erhalt eines Schreibens, in dem Glencore Interesse an einer möglichen Übernahme bekundete. „Das Unternehmen kann keine Zusicherung geben, dass es eine strategische Transaktion mit Glencore abschließen wird – weder zu für seine Aktionäre und sonstigen Stakeholder attraktiven Konditionen, noch überhaupt“, kommentierte Li-Cycle damals.
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