
Eine ungewöhnliche Aktion der Country Land and Business Association (CLA) macht auf Schwächen im britischen Genehmigungssystem für die Abfallentsorgung aufmerksam: Einer Kuh wurde eine offizielle Lizenz für die Sammlung, den Transport und den Handel mit Haushaltsabfällen erteilt.
Die Direktorin der CLA, Ann Maidment, stellte den Antrag bei der englischen Umweltbehörde im Namen des Tieres „Beau Vine“. Laut Mitteilung des Verbandes erhielt sie die Genehmigung innerhalb weniger Sekunden.
Mit der Aktion will der Verband auf strukturelle Defizite hinweisen. Für eine solche Lizenz seien derzeit lediglich grundlegende Angaben wie Name, Adresse und eine geringe Gebühr erforderlich. Eine weitergehende Überprüfung finde nicht statt. Nach Einschätzung der CLA könnte dies missbräuchliche Praktiken begünstigen, etwa wenn Anbieter Entsorgungsleistungen abrechnen, Abfälle jedoch illegal abladen.
Die britische Regierung reagierte und kündigte Reformen an, berichtet die BBC. Ein Sprecher des Umweltministeriums (Defra) habe gesagt, man arbeite an strengeren Regeln und habe zusätzliche Mittel zur Bekämpfung von Abfallkriminalität bereitgestellt.



