Kreislaufwirtschaft: EUA-Monitoring-Tool sieht leichte Fortschritte beim Kunststoffrecycling

Die Produktions- und Verbrauchsmuster von Kunststoffen in Europa seien nach wie vor nicht nachhaltig und müssen zirkulärer gestaltet werden. Dies sei nötig um Abfälle, Umweltverschmutzung, Klimawandel und andere negative Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren, heißt es in einem aktuellen Briefing der Europäischen Umweltagentur (EUA) zur Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe. Um die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft besser zu überwachen, hat die EUA ein Monitoring-Tool entwickelt, mit dem Bürger, politische Entscheidungsträger und Interessengruppen Fortschritte bei der Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe in Europa überprüfen können.

Bei dem Tool handelt es sich um ein Online-Dashboard, das Trends zu verschiedenen Indikatoren wie Plastikkonsum, Nutzung von Kunststoffrezylaten, Entwicklung der Preise für Kunststoffabfälle, installierte Kapazitäten für das Kunststoffrecycling, Plastikmüllexporte, unbeabsichtigte Freisetzung von Mikroplastik, Verschmutzung der Strände usw. aufzeigt. Allerdings sind die Daten je nach Indikator unterschiedlich aktuell und teilweise lückenhaft. Die neuesten Datensätze stammen aus dem Jahr 2022, einzelne Indikatoren werden aber nur bis 2019 betrachtet. Eine tiefergehende Analyse – etwa der Preise nach verschiedenen Kunststoffen oder der Exporte nach Ländern und Regionen – ist nicht möglich.

Das EUA-Briefing schlussfolgert aus den Daten, dass der Kunststoffverbrauch in Europa anhaltend hoch sei. Zudem wird erwartet, dass er im Einklang mit dem prognostizierten Anstieg der weltweiten Kunststoffproduktion weiterwachsen wird. Aus den Daten würden auch die negativen Auswirkungen des Plastikkonsums auf die Umwelt deutlich, wie beispielsweise die großen Mengen Meeresmüll an Europas Stränden. Die erwartete Zunahme des Kunststoffverbrauchs bedeutet außerdem, dass die Treibhausgasemissionen der Wertschöpfungskette voraussichtlich steigen werden.

Positive Impulse aus dem Recycling

Gleichzeitig zeige das Überwachungstool aber auch positive Tendenzen auf, so die EUA. Hier werden vor allem die wachsenden Kapazitäten für das mechanische Recycling von Kunststoffen, die rückläufigen EU-Exporte von Kunststoffabfällen sowie die steigenden Produktionskapazitäten für Biokunststoffe und der zunehmende Einsatz von Kunststoffrezyklaten genannt.

Das Überwachungstool ist Teil des „Circularity Metrics Lab“ der EUA, das verschiedene Quellen wie europäische Datenbanken, nationale Statistiken und Umfragen nutzt, um Erkenntnisse über die Fortschritte bei der Entwicklung der Kreislaufwirtschaft zu gewinnen. Es unterstütze den Beitrag der EU zu den internationalen Bemühungen zur Eindämmung der Kunststoffverschmutzung. Neben Kunststoffen werden innerhalb des Circularity Metrics Lab noch die Themenbereiche „Abfallvermeidung“, „Produktlebensdauer“ und „Textilien“ betrachtet.

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