Jobs in der Abfallwirtschaft haben in Österreich starken Zuspruch

Studie: Branche bietet nachhaltige und krisensichere Karrieremöglichkeiten

Die Abfall- und Ressourcenwirtschaft in Österreich gewinnt als Arbeitgeber zunehmend an Attraktivität. Laut einer aktuellen, repräsentativen Studie im Auftrag des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) kann sich etwa ein Drittel der Österreicher, darunter auch viele junge Menschen von 14 bis 19 Jahren, eine berufliche Zukunft in dieser Branche vorstellen.

Das liegt auch daran, dass die Abfallwirtschaft sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv gewandelt hat– von der reinen Müllsammlung hin zu einem hochmodernen Ressourcenmanagement. „Wer sich für Technik und Umweltschutz interessiert, ist bei uns richtig“, erklärt Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB. Die Unternehmen der Branche setzten zunehmend auf innovative Technologien wie künstliche Intelligenz in Sortierprozessen oder moderne Verpackungskonzepte, um Recyclingquoten weiter zu erhöhen.

Auch der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil: Laut der Studie bestätigen 76 Prozent der Befragten, dass die Abfallwirtschaft krisensichere Arbeitsplätze bietet. Das spiegelt sich in den aktuellen Zahlen wider: Mehr als 10.000 Stellenangebote sind derzeit als „Green Jobs“ klassifiziert. „Die Ergebnisse der Studie haben uns sehr gefreut. Dass sich ein Drittel der Befragten vorstellen kann, in der Abfallwirtschaft zu arbeiten, ist großartig“, so Jüly. „Wir bieten bodenständige Berufe mit abwechslungsreichen und sinnstiftenden Tätigkeiten an, das scheint viele Menschen anzusprechen.“

Breites Berufsfeld

Die Branche bietet eine Vielzahl an Berufen, von klassischen Positionen wie Lkw-Fahren für E-Müllautos bis hin zu spezialisierten Fachkräften. Besonders gefragt sind Stoffstrommanager, die fundierte Kenntnisse in der Kreislaufwirtschaft und im Abfallrecht benötigen, sowie Recyclingfachkräfte, die mit der fachgerechten Entsorgung und Wiederverwertung von Problemstoffen wie Altölen, Batterien oder Kunststoffen betraut sind.

Um den Nachwuchs gezielt zu fördern, wurde das „Circular Economy Traineeprogramm“ ins Leben gerufen. Dieses bietet interessierten Fachkräften und Quereinsteigern Einblicke in verschiedene Unternehmen der Branche. Zudem erhalten Schulen im Rahmen der VOEB-Umweltwoche im Juni die Möglichkeit, Betriebe aus der Abfallwirtschaft zu besuchen.

Wirtschaftliche Bedeutung der Abfallbranche

Die österreichische Abfall- und Ressourcenwirtschaft ist nicht nur für den Umweltschutz essenziell, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. 2024 erwirtschafteten rund 3.000 Unternehmen der Branche mit insgesamt 31.000 Beschäftigten einen Umsatz von 9,17 Mrd €. Jährlich werden in Österreich etwa 74 Mio Tonnen Abfall verwertet, wobei 600 Mio € in neue Recyclinganlagen und Technologien investiert wurden. Die Branche gilt als technologischer Vorreiter: Österreich zählt sich zu den führenden EU-Ländern bei Patentanmeldungen im Bereich Abfallwirtschaft.

Regional unterschiedliche Attraktivität

Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass vor allem in Oberösterreich großes Interesse an Jobs in der Abfallwirtschaft besteht (36 Prozent), gefolgt von Wien (33 Prozent) und der Steiermark (31 Prozent). Dass die Branche krisensichere Arbeitsplätze bietet, ist besonders in Tirol, Salzburg und Vorarlberg bekannt, wo 80 Prozent der Befragten diese Einschätzung teilen. Insgesamt bestätigten 76 Prozent aller Befragten, dass die Branche krisensichere Arbeitsplätze bietet.

„Alle Jobs garantieren eine berufliche Karriere in einem systemrelevanten, zukunftssicheren und abwechslungsreichen Arbeitsumfeld“, betont Jüly. „Arbeiten in der Kreislaufwirtschaft macht Sinn und ist nachhaltig. Es ist mir ein persönliches Anliegen, vor allem junge Frauen für diese spannende Branche zu motivieren.“

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