HZI sichert sich zwei langjährige Betriebsführungsverträge in UK

Der Schweizer Anlagenbauer Hitachi Zosen Inova hat kürzlich Serviceverträge für zwei Müllverbrennungsanlagen im Vereinigten Königreich abgeschlossen. Anfang Juli gab HZI bekannt, dass es von den Projekteigentümern SSE Thermal und Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) einen 25-Jahres-Vertrag für Betrieb und Wartung der „Slough Multifuel“-Anlage in der englischen Grafschaft Berkshire erhalten hat. Das Schweizer Unternehmen fungiert derzeit als EPC-Auftragnehmer für die 50/50-Joint-Venture-Partner.

„Wir waren sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie HZI und unser Team während des Baus des Slough Energy from Waste-Projekts zusammengearbeitet haben, und es macht absolut Sinn, diese enge Zusammenarbeit auch während des Betriebs der Anlage fortzusetzen“, sagte der für das Anlagenprojekt zuständige CIP-Manager Tim Forrest.

Seit Mai 2021 befindet sich die Slough-Multifuel-Anlage in Bau. Aktuell seien die Bauarbeiten in einer fortgeschrittenen Phase, wie CIP und SSE Thermal mitteilen. Die Erstbefeuerung ist für Dezember geplant. In der 50-MW-Anlage sollen künftig pro Jahr rund 480.000 Tonnen Restabfall aus dem Großraum London thermisch behandelt und damit mehr als 100.000 Haushalte mit Energie versorgt werden. Das Joint Venture beziffert seine Investitionen in das Projekt auf rund 400 Mio Pfund – ca. 465 Mio €.

Earls Gate Energy Centre in Schottland kurz vor der Fertigstellung

Noch ein weiteres HZI-Bauprojekt in Großbritannien steht kurz vor der Fertigstellung. Das sogenannte „Earls Gate Energy Centre“ im schottischen Grangemouth befinde sich derzeit in der Inbetriebnahmephase und soll nach der Übergabe Ende 2023 den Betrieb aufnehmen, teilte HZI Ende Juni mit. Auch hier erteilten die Projektentwickler Brockwell Energy und Encyclis (ehemals Covanta Europe) dem Schweizer Unternehmen den Zuschlag für einen 25-jährigen Betriebs- und Wartungsvertrag, der nach der Inbetriebnahme beginnen soll.

Die zwischen Glasgow und Edinburgh gelegene Anlage Earls Gate hat eine jährliche Kapazität von 213.000 Tonnen Haushalts-, Gewerbe- und Industrieabfällen. Neben einer elektrischen Leistung von 33 MW verfügt die Anlage über eine thermische Leistung von 13 MW, die zur Versorgung des Chemieunternehmens CalaChem mit Wärme für seine Produktionsprozesse genutzt werden soll. Das Projekt, das ursprünglich im vergangenen Jahr in Betrieb gehen sollte, wurde verschoben, als das französische Anlagenbauunternehmen CNIM und sein Tiefbaupartner Clugston in finanzielle Schwierigkeiten gerieten.

HZI hat zudem noch ein zweites schottisches Projekt in der Entwicklung, das Westfield Energy Centre in Fife. Die Anlage soll jährlich rund 240.000 Tonnen Abfall verarbeiten und mehr als 23 MW Strom erzeugen. Die Aufnahme des kommerziellen Betriebs ist für 2025 vorgesehen. Der Anlageneigentümer Westfield Energy Recovery Limited (WERL) gehörte ursprünglich ebenfalls zum Portfolio von Brockwell Energy, wurde im Herbst 2022 aber an die Investmentfirma Equitix verkauft, die auch am britischen Anlagenbetreiber Viridor Energy beteiligt ist.

HZI übergibt Verbrennungsanlage Newhurst

Darüber hinaus hat HZI im Juni die Müllverbrennungsanlage Newhurst nahe Shepshed in der englischen Grafschaft Leicestershire an den Kunden übergeben. Betreibergesellschaft ist ein Joint Venture von Encyclis und Biffa. Wie es heißt, konnten die Bau- und Inbetriebnahmearbeiten trotz zahlreicher Herausforderungen, vor allem durch die Corona-Pandemie, aber auch durch extreme Wetterbedingungen sowie durch den Krieg in der Ukraine bedingte Lieferketten-Engpässe, termingerecht in 36 Monaten fertiggestellt werden. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 350.000 Tonnen Restmüll und erzeugt bis zu 42 MW elektrische Energie.

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