Hydro will Recyclingkapazitäten für Post-Consumer-Schrott bis 2030 verdoppeln

Der norwegische Aluminiumkonzern Hydro will in den kommenden Jahren insbesondere im Segment Recycling verstärkt wachsen. So hat das Unternehmen kürzlich seine Ziele zum Ausbau der Kapazitäten zur Verwertung von Altmetallen deutlich angehoben. Hydro strebt für 2030 nunmehr eine jährliche Post-Consumer-Schrott-Recyclingkapazität zwischen 850.000 und 1,2 Mio Tonnen an. Die bisherige, für das Jahr 2025 gesteckte Zielgröße von 520.000 bis 670.000 Jahrestonnen hat Hydro bereits erfüllt. Demnach verfügte das Unternehmen mit Stand Ende 2023 über Anlagenkapazitäten zur Behandlung von Post-Consumer-Schrott in Höhe von 560.000 Tonnen, teilte Hydro am Mittwoch anlässlich der Vorlage der Jahreszahlen mit.

Die 2023 recycelte Menge an Post-Consumer-Schrott gibt Hydro mit 444.000 Tonnen an, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 123.000 Tonnen bzw. 38 Prozent entspricht. Verantwortlich für das Plus war vor allem die Integration des Mitte 2023 übernommenen polnischen Metallrecyclers Alumetal. Darüber hinaus hat Hydro im letzten Jahr rund 1,06 Mio Tonnen (Vorjahr: 963.000 t) Produktionsschrott aus eigenen Aluminiumwerken oder von anderen Unternehmen recycelt. In Summe ergibt sich damit eine Gesamtrecyclingmenge von 1,5 Mio Jahrestonnen, verglichen mit 1,3 Mio Tonnen in 2022.

Um seine weiteren Wachstumsziele im Bereich Recycling zu erreichen, will Hydro den Angaben zufolge mittelfristig bedeutende Kapazitätsinvestitionen tätigen. Im Fokus stehe die Expansion des Recyclinggeschäfts in Europa und den USA. Nach dem Vorbild des kürzlich neu in Betrieb gegangenen Recyclingwerks Cassopolis im US-Bundesstaat Michigan realisiert der Konzern laut Geschäftsbericht derzeit ähnliche Anlagenprojekte in Deutschland, Ungarn und Spanien.

Neben den Kapazitätsinvestitionen investiert Hydro auch in die weitere Entwicklung seiner Shredder- und Sortiertechnik, um die Herstellung hochwertiger Produkte aus Bau- und Automobilschrott zu ermöglichen. Zudem will der Konzern in seinen Umschmelz- und Recyclinganlagen Technologien einführen, um das Recycling von Produktionsschrott und Post-Consumer-Schrott zu kombinieren. Durch diese Investitionen werde Hydro seine Kapazitäten für Post-Consumer-Schrott in jeder Anlage um bis 20 Prozent erhöhen, heißt es im Geschäftsbericht.

Die Investitionen sollen sich für Hydro auch wirtschaftlich lohnen. So rechnet der Konzern bis 2030 mit einem Ebitda-Beitrag der Recyclingsparte in Höhe von fünf bis acht Mrd Norwegischen Kronen (ca. 440 bis 705 Mio €).

- Anzeige -

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -