Hydro eröffnet neues Recyclingwerk in Ungarn

Der norwegische Konzern Hydro hat in Ungarn am Standort seines Strangpresswerks in Székesfehérvár eine neue Recyclinganlage für Neu- und Altschrotte aus Aluminium offiziell eröffnet. Sie hat eine Kapazität von bis zu 90.000 Tonnen pro Jahr und wird Legierungen für Automobilkomponenten produzieren. Als 2022 der erste Spatenstich für das Projekt erfolgte, bezifferte der Konzern das Investitionsvolumen für das Projekt auf rund 88 Mio €.

Anfänglich werden etwa 15.000 Tonnen des Inputmaterials aus dem Post-Consumer-Bereich stammen. Dieser Anteil soll allerdings im Lauf der Zeit entsprechend der Entwicklung der Kundennachfrage weiter steigen, wie das Unternehmen vergangene Woche mitteilte.

Die neue Anlage ermöglicht es Hydro auch, lokale Materialkreisläufe zu schließen. Das Strangpresswerk in Székesfehérvár, das rund 65 Kilometer südwestlich von Budapest gelegen ist, stellt in erster Linie Aluminiumkomponenten für Kunden in der Automobilindustrie her. „Jetzt wird der Produktionsabfall, der ein natürlicher Bestandteil des Strangpress- und Fertigungsprozesses ist, direkt in den Schmelzofen der neuen Recyclinganlage zurückgeführt“, so der Konzern.

„Unsere Kunden fragen nicht nur recyceltes Aluminium und Aluminium mit einem niedrigen CO2-Fußadruck nach. Sie brauchen uns auch, um ihren Produktionsabfall zu recyceln, damit wir geschlossene Kreisläufe schaffen können. Mit unserer neuen modernen Recyclinganlage in Ungarn können wir das jetzt anbieten“, sagte Paul Warton, Executive Vice President von Hydro Extrusions.

„Diese Anlage wird die Fähigkeit von Hydro stärken, unseren Kunden anspruchsvolle Komponenten aus recyceltem Aluminium zu liefern“, sagte der CEO des Unternehmens, Eivind Kallevik. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden und die Position als führender Anbieter von kohlenstoffarmen und recycelten Aluminiumlösungen in Europa zu stärken, sei Hydro dabei, die Kapazitäten für das Aluminiumrecycling bis 2030 zu erweitern, so Kallevik weiter.

Einschließlich der neuen Anlage in Ungarn umfasst das Recyclingnetz des Konzerns den Angaben zufolge jetzt 34 Anlagen in Europa, Nord- und Südamerika mit einer Kapazität von insgesamt mehr als 2,3 Mio Tonnen Aluminium jährlich. Die nächste Ergänzung dieses Netzes könnte eine Anlage in Torija in Spanien mit einer Kapazität von 120.000 Tonnen bilden. Die endgültige Entscheidung über die Umsetzung dieses Projekts mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 180 Mio € soll vor Jahresende fallen. Der Betriebsstart könnte dann 2026 erfolgen.

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