Die britische Umweltbehörde Environment Agency hat im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Betrugsfall im Verpackungsrecycling einen 49-jährigen Mann in Birmingham festnehmen lassen. Der Zugriff erfolgte nach Behördenangaben am Morgen des 25. März gemeinsam mit der West Midlands Police. Dem Mann werden Verschwörung zum Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Konkret geht es um den Verdacht, dass im Rahmen des britischen Verpackungsrecyclingsystems Nachweise im Wert von mehr als zwei Mio. Britischen Pfund für Exporte verkauft wurden, die tatsächlich nicht stattgefunden haben sollen.
Nach Darstellung der Umweltbehörde betrifft der Fall das System der „Packaging Producer Responsibility“. In diesem Regime können akkreditierte Recycler und Exporteure Nachweise für recycelte oder exportierte Verpackungsabfälle ausstellen und verkaufen. Diese Nachweise – in Großbritannien als PRN beziehungsweise PERN bezeichnet – dienen den verpflichteten Unternehmen als Beleg dafür, dass sie ihren gesetzlichen Recyclingpflichten nachkommen. Ein PRN ist dabei der Nachweis dafür, dass Verpackungsabfälle exportiert und an einem ausländischen Standort zur Verwertung angenommen wurden.
Der aktuelle Vorwurf zielt damit auf einen zentralen Punkt des Systems: Nicht der physische Abfalltransport allein steht im Mittelpunkt, sondern die Glaubwürdigkeit der als marktfähige Belege gehandelten Nachweise. Die Environment Agency erklärt, der Verdächtige habe Erlöse aus mutmaßlich unrechtmäßig verkauften Exportnachweisen erzielt. Zusätzlich bestehe der Verdacht der Geldwäsche. Weitere Auswertungen von Beweismitteln aus dem Zugriff liefen noch. Ob und wann Anklage erhoben wird, ist bislang offen.
Die Mitteilung der Behörde nennt weder den Namen des Festgenommenen, noch das betroffene Unternehmen oder konkrete Exportströme und Zielländer. Ebenfalls offen bleibt, über welchen Zeitraum sich die mutmaßlich fingierten Exporte erstrecken und ob weitere Marktteilnehmer involviert sein könnten....




