Geminor steigert 2022 Umschlagmenge auf 1,8 Mio Tonnen

Trotz der letztjährigen wirtschaftlichen und geopolitischen Turbulenzen ist der Abfall- und Rohstoffhändler Geminor auch 2022 gewachsen. Wie das norwegische Unternehmen heute bekannt gab, konnte Geminor seine Umschlagmenge gegenüber 2021 um annähernd neun Prozent von 1,67 auf 1,82 Mio Tonnen Abfall steigern. Das Wachstum fällt damit allerdings geringer aus als erwartet.

Ein überdurchschnittlich starkes Wachstum von 14 Prozent verzeichnete Geminor den Angaben zufolge beim Umschlag von aufbereiteten Siedlungsabfällen zur energetischen Verwertung. Diese unter der Bezeichnung RDF (Refuse derived fuel) und SRF (Solid recovered fuel) gehandelten Ersatzbrennstoffe machen knapp zwei Drittel der gesamten Umschlagmenge von Geminor aus.

Von einem deutlich geringeren Niveau kommend, dafür aber mit hohen Wachstumsraten von 40 bzw. über 200 Prozent hat sich laut Geminor der Umschlag von gefährlichen Abfällen und Kunststoffabfällen entwickelt. Im Gegenzug ist der Handel mit Altholz für die stoffliche und energetische Verwertung sowie mit Karton und Papier um fünf bzw. 21 Prozent gesunken.

„Es ist erfreulich, dass wir unsere Mengen gegenüber 2021 deutlich steigern konnten“, zieht Geminor-CEO Kjetil Vikingstad insgesamt ein positives Fazit. Man habe allerdings eine etwas größere Steigerung erwartet. „Ein turbulentes Jahr mit hohen Energiepreisen, starker Inflation und geringerer Geschäftstätigkeit hat zu einem Rückgang der Abfallmengen und damit zu einer neuen Marktsituation geführt. Die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, die wir im Jahr 2022 erlebt haben – einige davon ausgelöst durch den russischen Angriff auf die Ukraine –, hatten Folgen für die Recyclingindustrie in allen Ländern, in denen Geminor vertreten ist“, erläuterte Vikingstad.

Deutschland und Finnland haben sich vom Abfall-Exporteur zum Importeur entwickelt

Für Geminor bedeutete dies, dass sich das Unternehmen in einigen europäischen Ländern auf eine neue Realität einstellen musste. Länder wie Deutschland und Finnland seien von Export- zu Importmärkten geworden. Im Vereinigten Königreich haben nach Angaben Vikingstads immer mehr nationale Unternehmen einen größeren Anteil an den Abfallmengen übernommen, was zu einem geringeren Export von Abfallressourcen führe. Geminor habe seine Tonnage in UK aber gesteigert, indem sich das Unternehmen hier 2022 einen höheren nationalen Absatz gesichert habe.

Vergleichsweise stabil präsentierte sich der norwegische Heimatmarkt. Auf dem für das Unternehmen größten Markt hat Geminor den Angaben zufolge ungefähr die gleiche Tonnage umgeschlagen wie 2021. Allerdings habe der Konkurrenzdruck zugenommen. Grundsätzlich sei die erhebliche Zunahme des Wettbewerbs um Abfallmengen der internationale gemeinsame Nenner im vergangenen Jahr gewesen, so Vikingstadt.

Wachstum in Südeuropa

Zum Ausgleich und zur Stabilisierung des Marktes haben im letzten Jahr laut Geminor Exporte und Lieferungen aus Süd- und Osteuropa beigetragen. Geminor habe die Verbringung von Abfallressourcen aus diesen Überschussmärkten erhöht.

Ein wichtiger, stark nachgefragter Markt für Abfallrohstoffe war 2022 den Angaben zufolge etwa Italien, das die Versorgung von Marktplayern in Mitteleuropa und in den nordischen Ländern sichergestellt hat. Auch der polnische Markt habe sich weiterentwickelt. Geminor habe von hier mehrere RDF-Lieferungen unter anderem nach Deutschland getätigt. Und auch in Dänemark sei das Jahr für den norwegischen Stoffstromhändler gut gelaufen. Vikingstad zufolge konnte Geminor den Export von Altholz aus Dänemark erheblich steigern.

„Wenn uns das Jahr 2022 etwas gelehrt hat, dann dass es wichtig ist, auf mehreren Märkten präsent zu sein. Unser Ziel ist es daher, zur Erschließung neuer Überschussmärkte wie Frankreich beizutragen, damit wir die Versorgung der europäischen Abnehmer in den kommenden Jahren sicherstellen können", resümiert Vikingstad.

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