Bei einer Explosion in dem auf Altölentsorgung spezialisierten italienischen Entsorgungsunternehmen Ecopartenope sind am vergangenen Freitag drei Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich in Marcianise etwa 30 Kilometer nördlich von Neapel in der Region Kampanien, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Zwei weitere Mitarbeiter seien leicht verletzt worden.
Bei den Todesopfern handelt es sich um den Inhaber, den Sicherheitsbeauftragten sowie einen Mitarbeiter des Unternehmens. Ecopartenope bietet nach eigenen Angaben die Sammlung, Lagerung und Verwertung vor allem von Altölen, Bilgenflüssigkeiten aus dem Schiffsbau und Altbatterien an.
Dem Bericht der Nachrichtenagentur zufolge wurden die drei verunglückten Personen von einer starken dumpfen Explosion eines Altöl-Silos überrascht. Sie waren gerade dabei, in einiger Höhe Schweißarbeiten an einer Sonde durchzuführen, die den Füllstand des Tanks misst. Durch die Explosion wurden sie mehrere Dutzend Meter hoch in die Luft geschleudert. Zwei wurden auf dem Dach der Firmenhalle gefunden, die Leiche des dritten befand sich auf einem an das Firmengelände angrenzenden Grundstück.
Trotz der heftigen Explosion habe es weder einen Brand noch eine schwarze Rauchwolke gegeben, berichtete ANSA weiter. Untersuchungen von Polizei, Feuerwehr, Carabinieri und der Gesundheitsbehörde hätten ergeben, dass die Explosion wahrscheinlich durch einen Funken ausgelöst wurde. Weitere Ermittlungen müssten klären, ob es sich um einen unvorhersehbaren Unfall handelte oder ob den drei Opfern während des Schweißvorgangs Fehler unterlaufen sind.
Wie ANSA meldete, bilden Altöle gefährliche Dämpfe. Üblicherweise werde vor Arbeiten wie dem Schweißen eine Dekompression durchgeführt, damit überschlagende Funken nicht zu Zündungen führen.
Der Bürgermeister von Marcianise, Antonio Trombetta, zeigte sich am Unfallort bestürzt. Dies sei der schwerste Unfall, an den sich die Stadt erinnern könne, sagte er der Nachrichtenagentur. „Wir müssen uns stärker für die Prävention engagieren“, forderte er. Auch die Gewerkschaft CISL hat gegenüber ANSA betont, dass dieser Unfall nicht als „Schicksal“ betrachtet werden dürfe. In der Arbeitssicherheit müsse viel mehr getan werden.




