Das Europäische Patentamt (EPA) hat die chinesischen Technologieentwickler Xie Yinghao und Yu Haijun am Donnerstag mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet. Die beiden Forscher von Brunp, der Recycling-Tochter des Batteriekonzerns CATL aus China, wurden für ein Verfahren gewürdigt, mit dem ausgediente Lithium-Ionen-Batterien direkt in Kathodenmaterialien für neue Batterien umgewandelt werden können. Allein im vergangenen Jahr seien mit der Technologie über 200.000 Tonnen Produktionsabfälle und Altakkus verarbeitet worden, erklärte Yu Haijun gegenüber EUWID. Schon eine kürzlich erschienene EPA-Studie hatte Brunp besonders hervorgehoben: Demnach führt die CATL-Tochter die Liste der weltweit aktivsten Patentanmelder im Bereich Batteriekreisläufe mit deutlichem Abstand an. Aber nicht nur das: Anders als viele spezialisierte Unternehmen habe sich Brunp über mehrere Stufen der Recycling-Wertschöpfungskette hinweg breit aufgestellt.
Damit steht die Preisverleihung im Zeichen eines weitreichenden Zusammenhangs: Der Wettbewerb dreht sich nicht mehr allein um einzelne Verfahren oder möglichst hohe Rückgewinnungsraten, die Brunp für seine prämierte Technologie mit 99,6 Prozent für Nickel, Kobalt und Mangan sowie 96,5 Prozent für Lithium angibt. Die EPA-Studie deutet darauf hin, dass Batterierecycling zunehmend zum Systemwettbewerb wird. Entscheidend dürfte künftig sein, wer Stoffströme kontrollieren und die Prozesse im Kreislauf industriell miteinander verbinden kann – vom Zugriff auf Altbatterien und Produktionsschrotte über Vorbehandlung und Materialrückgewinnung bis hin zur Rückführung in neue Zellmaterialien.
Genau hier kommen laut Brunp die von Yu Haijun entwickelten und von Xie Yinghao mit in den Industriemaßstab überführten Konzepte des „Reverse Product Positioning Design“ (RPPD) und der „Directed Recycling Technologies“ (DRT) zum Tragen. „Wir können Dienstleistungen in den Bereichen Recycling, Aufbereitung und Rohstoffversorgung anbieten, um in Europa eine geschlossene Kreislaufwirtschaft im Bereich der neuen Energien aufzubauen“, so das Unternehmen. Seit 2015, als es laut EPA „Teil des CATL-Ökosystems“ wurde, ist Brunp in globale Lieferketten eingebunden – einschließlich möglicher Europa-Aktivitäten.
Nachdem Brunp im letzten Jahr eigenen Angaben zufolge in Ungarn eine Recycling- und Behandlungsgesellschaft registriert hat, würden derzeit Betriebsmodelle und mögliche Standorte sowie nationale Rechtsvorgaben geprüft...




