Euric warnt vor Verwässerung der PPWR-Ziele

Der Dachverband der europäischen Recyclingwirtschaft Euric warnt vor einer drohenden Verwässerung der Zielsetzungen für den Rezyklatgehalt von Kunststoffverpackungen und der Anforderungen an die Recycelbarkeit. Euric richtet einen dringlichen Aufruf an die politischen Entscheidungsträger der EU sicherzustellen, dass die geplante Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) tatsächlich zum Schließen von Kreisläufen beiträgt.

Hintergrund des Aufrufs ist der Kompromisstext des schwedischen EU-Ratsvorsitzes mit Änderungen zum ursprünglichen Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission. Der Text wurde vergangene Woche in der Umweltarbeitsgruppe des Rats behandelt.

Euric unterstützt Änderungen für verpflichtende Sammelziele für Verpackungsabfall und die Überprüfung von Angaben über den Rezyklatgehalt durch unabhängige Dritte. Doch der Dachverband befürchtet, dass die verpflichtenden Mindestvorgaben für den Rezyklatgehalt und die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit deutlich abgeschwächt werden.

„Verpflichtende Rezyklatanteile in allen Verpa­ckungspolymeren sind wichtig, um bei dem Auf und Ab der Preise für Kunststoffneuware eine konstante Nachfrage nach Recyclingmaterial zu sichern. Die Vermeidung von Schlupflöchern ist von entscheidender Wichtigkeit dafür, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und Investitionen in der EU zu gewährleisten“, sagte Sophie Sicard, die Präsidentin von EPRB, der Kunststoffrecyclingsparte von Euric. „Ausnahmen von den Zielvorgaben und eine Anrechnung biobasierter Materialien würden keine Lösung für eine bessere Bewirtschaftung von Verpackungsabfällen aus Kunststoff bieten und sind deshalb abzulehnen“, so Sicard.

Eine weitere Bedrohung für die Recyclingwirtschaft sieht Euric in aktuellen Diskussionen darüber, Herstellern von Verpackungen, die Mindestrezyklatanteile enthalten müssen, ein Vorkaufsrecht für Verpackungsabfälle einzuräumen. Ein solches Vorkaufsrecht würde den Zugang von Recyclingunternehmen zu Inputmaterial und ihre Möglichkeiten zur Kostendeckung in Frage stellen und zum Ende von Investitionen in Recyclingprojekte führen, warnt der Dachverband. Recycler hätten alle ein ökologisches und ökonomisches Interesse daran, Material in geschlossenen Kreisläufen zu führen, weil dafür geeignete Recyclingmaterialien aufgrund der zusätzlichen Aufbereitungsschritte im Allgemeinen einen höheren Wert hätten, so Euric.

„Die Haupthindernisse für die Zirkularität sind heute immer noch ein fehlender Einsatz der Produzenten für die Nutzung von recycelten Polymeren sowie eine für das Recycling schlechte Gestaltung von Verpackungen und eine nicht ausreichende Sammlung“, unterstreicht der Verband. Euric weist in diesem Zusammenhang auch auf die Notwendigkeit von Flexibilität für die Mitgliedstaaten hin, damit die Erfassung von Verpackungsabfall verbessert werden kann.

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