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Weltweites Müllaufkommen soll bis 2050 um 70 Prozent wachsen


(Symbolbild)
21.09.2018 − 

Ohne dringende Maßnahmen wird der globale Abfall bis 2050 um 70 Prozent gegenüber dem derzeitigen Niveau steigen, berichtet die Weltbank in ihrer aktuellen Studie „What a Waste 2.0“. Aufgrund der rasanten Urbanisierung und des Bevölkerungswachstums wird erwartet, dass die jährliche Abfallmenge in den nächsten 30 Jahren auf 3,4 Mrd Tonnen ansteigen wird, im Jahr 2016 lag die Menge bei knapp über 2,0 Mrd Tonnen.

Obwohl sie nur 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, erzeugen die Länder mit hohem Einkommen in Europa, Nordamerika und Zentralasien zusammen mehr als ein Drittel der weltweiten Abfälle. Die Region Ostasien und Pazifik ist für die Erzeugung von fast einem Viertel aller Abfälle verantwortlich. Bis 2050 soll sich die Abfallerzeugung in Afrika südlich der Sahara gegenüber dem derzeitigen Niveau mehr als verdreifachen, während Südasien seinen Abfallstrom mehr als verdoppeln wird.

Für besonders problematisch hält die Weltbank Kunststoffabfälle. Wenn sie nicht ordnungsgemäß gesammelt und entsorgt werden, werden sie Wasserstraßen und Ökosysteme für Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Jahren verunreinigen und beeinträchtigen, heißt es in dem Bericht. Im Jahr 2016 fielen weltweit insgesamt über 240 Mio Tonnen Kunststoffabfälle an – das sind immerhin zwölf Prozent aller festen Abfälle.

Der Bericht betont, dass die Bewirtschaftung fester Abfälle für nachhaltige, gesunde und integrative Städte und Gemeinden von entscheidender Bedeutung ist. Insbesondere in Ländern mit geringem Wirtschaftsniveau findet ein sachgemäßer Umgang mit Abfällen bisher aber nur selten statt. Während in Ländern mit hohem Einkommen mehr als ein Drittel der Abfälle durch Recycling und Kompostierung verwertet wird, werden in Ländern mit niedrigem Einkommen nur vier Prozent der Abfälle recycelt.

Quelle: World Bank 2018

Basierend auf der Menge der anfallenden Abfälle, ihrer Zusammensetzung und der Art und Weise, wie die Abfälle entsorgt werden, stammten 2016 schätzungsweise 1,6 Mrd Tonnen CO2-Äquivalente aus der Behandlung und Entsorgung von Abfällen – das entspricht etwa fünf Prozent der weltweiten Emissionen.

„Die Misswirtschaft von Abfällen schadet der menschlichen Gesundheit und der lokalen Umwelt und trägt gleichzeitig zur Klimaveränderung bei“, erklärt Laura Tuck, Weltbank-Vizepräsidentin für nachhaltige Entwicklung. Leider seien oft die ärmsten Teile der Gesellschaft besonders negativ von einer unzureichenden Abfallwirtschaft betroffen. „Unsere Ressourcen müssen genutzt und dann kontinuierlich wiederverwendet werden, damit sie nicht auf Deponien landen“, fordert Tuck.

In dem Bericht wird festgestellt, dass gute Abfallmanagementsysteme für den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft unerlässlich sind, in der Produkte für die Wiederverwendung und das Recycling konzipiert und optimiert werden. Da nationale und lokale Regierungen sich der Kreislaufwirtschaft verschrieben haben, werden intelligente und nachhaltige Wege zur Abfallbewirtschaftung dazu beitragen, ein effizientes Wirtschaftswachstum zu fördern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu minimieren.

„Es ist wirtschaftlich sinnvoll, Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen“, sagte Silpa Kaza, Weltbank-Spezialistin für Stadtentwicklung und Hauptautorin des Berichts. „Nicht eingesammelte Abfälle und schlecht entsorgte Abfälle haben erhebliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Die Kosten für die Bewältigung dieser Auswirkungen sind um ein Vielfaches höher als die Kosten für die Entwicklung und den Betrieb einfacher, angemessener Abfallmanagementsysteme. Es gibt Lösungen und wir können Ländern helfen, dorthin zu gelangen“, so Kaza.

Konkret empfiehlt die Weltbank die Bereitstellung von Finanzmitteln, mit denen insbesondere in den am schnellsten wachsenden Ländern moderne Abfallmanagementsysteme entwickelt werden können. Die großen abfallerzeugenden Länder sollten zudem durch umfassende Abfallvermeidungs- und Recyclingprogramme bei der Reduzierung des Verbrauchs von Kunststoffen unterstützt werden. Auch die Reduzierung der Lebensmittelabfälle durch Verbraucheraufklärung, ökologisches Management und koordinierte Programme zur Entsorgung dieser Abfälle hält die Weltbank für wichtig.

Seit 2000 hat die Weltbank nach eigenen Angaben bereits über 4,7 Mrd Dollar für mehr als 340 Abfallprogramme in Ländern rund um den Globus bereitgestellt.

Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 39/2018 von EUWID Recycling und Entsorgung. Der Text steht heute bereits ab 14 Uhr auch in unserem E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

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