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Weit über 20 Mio Tonnen Abfall weltweit in Zementwerken mitverbrannt


Zementwerk Schelklingen (Quelle: Heidelberg Cement)
14.05.2018 − 

Anfangs nur vereinzelt als Ersatz für fossile Energieträger genutzt, ist die Mitverbrennung alternativer Brennstoffe in der Zementindustrie mittlerweile fester Bestandteil der Konzernstrategien. Nahezu alle international großen Baustoffhersteller haben sich in den letzten Jahren ehrgeizige Zielquoten für den Anteil abfallbasierter alternativer bzw. sekundärer Brennstoffe (SBS) in ihrem Energiemix gesetzt. Eine durch EUWID vorgenommene Auswertung aktuell veröffentlichter Nachhaltigkeitsberichte großer Zementkonzerne zeigt, dass die Mitverbrennungsmengen weltweit insgesamt bereits bei weit über 20 Mio Tonnen pro Jahr liegen.

So gab der französisch-schweizerische Branchenprimus LafargeHolcim kürzlich bekannt, 2017 rund zehn Mio Tonnen Abfall mittels Co-Processing in den Drehrohröfen seiner Zementwerke verwertet zu haben – mit dem Ziel, diese Menge bis 2030 nochmals zu verdoppeln. Der mexikanische Baustoffkonzern Cemex berichtet, dass in seinen Zementwerken 2017 weltweit über drei Mio Tonnen alternative Brennstoffe wie aufbereitete Siedlungsabfälle, Altreifen und organische Reststoffe im Klinkerbrennprozess zum Einsatz gekommen sind. Dies entspreche einer Thermal Substitution Rate (TSR) von 26,2 Prozent. Bis 2020 soll diese Quote auf 35 Prozent gesteigert werden.

Auch der irische Zementkonzern CRH setzt im Klinkerbrennprozess immer mehr Abfallstoffe ein. Laut dem Ende April veröffentlichten neuen Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens wurden 2017 konzernweit rund 2,0 Mio Tonnen alternative Brennstoffe wie hochwertig aufbereitete Sekundärbrennstoffe, Altreifen, Lösemittel und Biomasse mitverbrannt. Im Vorjahr waren es 1,9 Mio Tonnen, 2015 etwa 1,6 Mio Tonnen. Die von CRH realisierte TSR-Quote markiert mit 38,6 Prozent branchenweit den Spitzenwert.

Allein die zehn von EUWID betrachteten Konzerne kommen zusammengenommen auf eine Mitverbrennungsmenge von mindestens 20 Mio Tonnen pro Jahr. Angesichts des hier vorgenommenen begrenzten Branchenausschnitts dürften die in der globalen Zementindustrie insgesamt zwecks Mitverbrennung zum Einsatz kommenden Abfallmengen noch deutlich höher liegen.

Einen ausführlichen Bericht zur Mitverbrennung von Abfällen in der Zementindustrie lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 20/2018. Der Text steht bereits in unserem E-Paper zur Verfügung:

Weit über 20 Mio Tonnen Abfall wurden 2017 weltweit in Zementwerken mitverbrannt

 

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