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Vietnam und Malaysia beschränken Abfallimporte


(Symbolbild)
31.07.2018 − 

Weitere Länder in Südostasien reagieren auf die Auswirkungen der chinesischen Einfuhrbeschränkungen für Abfälle. Der vietnamesische Premierminister Nguyen Xuan Phuc kündigte vergangene Woche an, dass keine neuen Einfuhrlizenzen für Abfälle mehr ausgestellt würden. In Malaysia gab die Ministerin für Wohnungswesen und kommunale Verwaltung Zuraida Kamaruddin bekannt, dass die Regierung Importlizenzen für Kunststoffabfälle von 114 Werken aufgehoben habe.

Deutsche Altkunststoffexporteure berichten, dass in den nächsten drei Monaten keine Ausfuhren nach Malaysia möglich sind. Die staatliche Nachrichtenagentur Bernama berichtete dagegen vergangene Woche, dass Produktionsbetriebe in Malaysia, deren AP-Umweltlizenzen (AP = approved permit) weiterhin gültig seien, weiterhin Kunststoffabfälle unter Zolltarifnummer 3915 einführen können. Die Unternehmen, deren Lizenzen aufgehoben wurden, könnten diese innerhalb von drei Monaten neu beantragen.

Nach Angaben von Umweltministerin Kamaruddin müssen die Betreiber dazu Konformitätsbescheinigungen des Umweltministeriums, Genehmigungen der lokalen Verwaltung, eine Empfehlung der Abfallbehörde SWCorp und Nachweise vorlegen, dass es sich bei den importierten Kunststoffabfällen um sauberes Material handelt. Die Abteilung Abfallwirtschaft des Ministeriums wurde nach Angaben Bernamas damit beauftragt, eine Task Force zu bilden, um Politik und Verfahren für die Einfuhr von Kunststoffabfällen zu überprüfen.

Malaysia war in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres laut Zahlen der Statistikbehörde Eurostat der größte Importeur von Kunststoffabfällen aus der EU. Die Einfuhren betrugen mit 185.000 Tonnen nahezu das Vierfache des Vorjahreswerts.

Vietnam lässt herrenlose Container zerstören

Vietnam setzt laut der englischen Fassung der Online-Regierungszeitung VGP News nicht nur die Ausstellung von Einfuhrlizenzen aus. Aufgrund der mit Abfalllieferungen überlasteten Häfen beauftragte der Premierminister zufolge das Ministerium für Verkehr und Finanzen, gemeinsam mit den örtlichen Verwaltungen herrenlose Container zu ermitteln und diese zu entfernen oder zu zerstören. Das Umweltministerium Vietnams soll „potenzielle negative Auswirkungen der einzelnen Abfallarten klären und eine kurze Liste der Abfallimporte aufstellen“, so VGP News.

Vietnam bezog zwischen Januar und April 2018 aus der EU fast 134.000 Tonnen Kunststoffabfälle, gegenüber knapp 49.000 Tonnen ein Jahr zuvor. Die Altpapiereinfuhren verdoppelten sich im gleichen Zeitraum auf 205.000 Tonnen.

Der Text erscheint in EUWID Recycling und Entsorgung 31/2018. Weitere Themen finden Sie auch im E-Paper:

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