|  
International» weitere Meldungen

Veolia will Angebot an Engie für Suez-Paket erhöhen


Veolia-Chef Frérot kündigte heute eine Erhöhung des
Angebots für die Suez-Anteile von Engie an.
25.09.2020 − 

Im Tauziehen um die Übernahme des französischen Konkurrenten Suez will Veolia sein Angebot nun erhöhen. Demnach werde der Energiekonzern Engie eine verbesserte Offerte für dessen Suez-Anteil erhalten, wie Veolia-Chef Antoine Frerot am Freitag während eines Pressegesprächs in Paris sagte. Um Suez zu kaufen, würde Veolia auch eine kleinere Kapitalerhöhung erwägen, ergänzte Frerot. Details zu Höhe und Inhalt des neuen Angebots wurden zunächst nicht bekannt.

Laut Aussage des Veolia-Chefs wird der Engie-Verwaltungsrat im Verlauf des Freitags zusammentreten und sich mit dem Thema befassen. Der Energiekonzern hatte das erste Angebot als zu niedrig und unzureichend erachtet. Frerot hatte in dieser Woche bereits angedeutet, dass er offen dafür sei, die Offerte zu erhöhen. Der Kauf des Engie-Anteils wäre ein erster Schritt auf dem Weg, Suez komplett zu übernehmen. Dadurch würde ein französischer Gigant auf dem Entsorgungs- und Wassermarkt entstehen.

Veolia hatte Ende August seine Übernahmepläne bekannt gemacht. Es ist der zweite Versuch der Franzosen, den heimischen Konkurrenten zu übernehmen. Dabei sollen zunächst die Suez-Anteile von Engie erworben werden. Für dessen 29,9 Prozent an Suez hatte Veolia Ende August 15,50 € je Aktie in bar geboten, was einem Betrag von 2,9 Mrd € entspricht.

2012 war die Suez-Übernahme durch Veolia unter anderem an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert. Auch diesmal regt sich Widerstand. Suez selbst spricht von einem feindlichen Manöver und hat sich klar gegen die Übernahme ausgesprochen, die nicht im Sinne des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und Aktionäre sei.

Suez will Wasser-Aktivitäten auslagern, um Verkauf zu verhindern

Gestern waren zudem Pläne von Suez bekannt geworden, die eine Ausgliederung der französischen Aktivitäten im Wasser-Bereich in eine Stiftung nach niederländischem Recht vorsehen. Das würde einen Verkauf dieses Geschäftsbereichs unmöglich machen. Daran könnte der ganze Deal scheitern, da Veolia die Wasser-Aktivitäten an den französischen Finanzinvestor Meridiam verkaufen will, um wettbewerbsrechtliche Hindernisse zu vermeiden. Frerot sagte nun mit Blick auf die Abwehrhaltung von Suez, er hoffe, die Unstimmigkeiten beenden zu können.

Zuvor hatte die französische Marktaufsicht AMF bereits eine Beschwerde von Suez zurückgewiesen. Suez hatte sich an die Behörde gewandt, um den Deal in Frage zu stellen und argumentiert, Veolia würde bei seiner feindlichen Übernahme in zwei Schritten vorgehen, was französischem Recht widerspreche. Das Angebot müsse als Umtauschangebot auf einmal an alle Aktionäre ausgereicht werden. Suez will Widerspruch gegen die Entscheidung der AMF einlegen.

Engie hatte im Juli die Beteiligung an Suez neben anderen Aktivitäten auf den Prüfstand gestellt und hatte zuletzt noch bis zum 30. September Zeit, das Angebot von Veolia anzunehmen. Das Management des Energiekonzerns hat sich jedoch mit den Bedingungen des Angebots nicht einverstanden erklärt und Nachbesserungen gefordert. Deshalb führten beide Seiten zuletzt Gespräche über den Preis. (dpa / eigener Bericht)

Einen ausführlichen Artikel zum aktuellen Stand der Übernahmeschlacht zwischen Veolia und Suez lesen Sie kommende Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 40/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Engie stimmt Veolia-Angebot für Suez grundsätzlich zu

Altpapier-Exporthandel der EU-Staaten im Zuge der Coronakrise eingebrochen  − vor