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Veolia-Kauf von Suez-Aktienpaket bleibt ausgesetzt


Die geplante Komplettübernahme von Suez durch Veolia
könnte sich durch die heutige Entscheidung weiter verzögern.
19.11.2020 − 

Die Wirkungen der Beteiligung des französischen Umweltdienstleisters Veolia an seinem Konkurrenten Suez bleiben vorübergehend ausgesetzt, damit die betroffenen Mitarbeiter informiert und konsultiert werden können. Dies hat das Pariser Appellationsgericht heute entschieden.

Veolia teilte nach der Entscheidung mit, Suez habe die Information der Arbeitnehmergremien am 3., 4. und 5. November eingeleitet. Veolia geht davon aus, dass die Aussetzung spätestens am 5. Februar 2021 endet

Suez weist diese Darstellung zurück. Der Starttermin des Konsultationsverfahrens sei nicht festgelegt und das Datum 5. Februar sei „inexakt“. In jedem Fall werde Veolia nach Abschluss des Verfahrens seine Stimmrechte nicht ausüben können bis zum Ende der Prüfung der Transaktion durch die EU-Wettbewerbshörde, es sei denn, sie erteile die Genehmigung dazu, so Suez.

Das Appellationsgericht hat eine Entscheidung in erster Instanz vom 9. Oktober bestätigt. Die Wirtschafts- und Sozialausschüsse von Suez-Konzernunternehmen hatten sich an die Eingangsinstanz gewendet, nachdem der damalige Hauptaktionär von Suez, der Energieversorger Engie, 29,9 Prozent der Suez-Aktien für 3,4 Mrd € an Veolia verkauft hatte.

Das erstinstanzliche Gericht verhängte eine einstweilige Verfügung, mit der die „aus der Transaktion resultierenden Wirkungen" ausgesetzt wurden. Der Kauf an sich wird von der Entscheidung jedoch nicht berührt. Die fünf in Suez Frankreich vertretenen Gewerkschaften riefen Veolia nach dem Urteil auf, die Pläne für den Konzern in den französischen Arbeitnehmergremien und im europäischen Gesamtbetriebsrat von Suez vorzustellen.

Veolia setzt auf Abwahl des Suez-Verwaltungsrates

Veolia will nach dem Kauf des Engie-Aktienpakets durch ein öffentliches Übernahmeangebot die vollständige Kontrolle über Suez erwerben. Der Verwaltungsrat von Suez lehnt jedoch die Pläne Veolias strikt ab und blockiert sie durch eine „Giftpille“. Veolia setzt deshalb auf die Abwahl des Verwaltungsrates und ruft die Suez-Aktionäre dazu auf, die Einberufung einer Hauptversammlung zu beantragen.

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