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Veolia gibt Angebot für restliche Suez-Anteile ab


Veolia erwartet den Abschluss der Suez-Übernahme
Anfang 2022.
08.02.2021 − 

In der Übernahmeschlacht um Suez macht Veolia nun ernst. Gestern Abend gab der Konzern die Abgabe eines Angebots für die restlichen Aktien des Konkurrenten bekannt. So ist Veolia weiterhin bereit, 18 € je Aktie zu zahlen. Seit Oktober hält der Konzern bereits 29,9 Prozent der Anteile von Suez. Für die restlichen Aktien will Veolia nun weitere rund acht Mrd € zahlen. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission erwartet Veolia den Abschluss der Übernahme im ersten Quartal 2022.

Die formelle Einreichung eines Übernahmeangebots sei der einzige mögliche Schritt, um sowohl den wiederholten Anfragen des Managements von Suez zu entsprechen als auch den Mitarbeitern, Kunden und Aktionären beider Gruppen eine eindeutige, transparente und endgültige Klarstellung zu bieten, teilte Veolia mit. Das Management von Suez habe mehrfach den Wunsch nach einem formellen Kaufangebot erneuert, ohne jemals auf den von Veolia am 7. Januar übermittelten Angebotsvorschlag eingegangen zu sein.

„Die Fortsetzung der Gerichtsverfahren, die systematischen Einsprüche gegen jede gerichtliche Entscheidung zugunsten von Veolia – vor allem am 3. Februar 2021, als der Konzern wieder die volle Wirkung seines Status als Suez-Aktionär erlangte –, die Verfolgung eines konkurrierenden Projekts mit den Investmentfonds GIP und Ardian widersprechen Tag für Tag den Freundlichkeitsbekundungen des Suez-Managements“, heißt es weiter. Suez-Chef Bertrand Camus habe bei einem Treffen mit Veolia-CEO Antoine Frérot am vergangenen Freitag, ebenfalls keine Änderung dieser Haltung erkennen lassen und darauf beharrt, sein konkurrierendes Projekt mit GIP und Ardian zu unterstützen.

Suez will sich „illegalem“ Angebot widersetzen

Suez reagierte erwartungsgemäß sehr ablehnend auf die Ankündigung von Veolia. Man werde alle Rechte geltend machen, um sich diesem „feindlichen Schritt“ von Veolia und dem „illegalen öffentlichen Angebot“ zu widersetzen, erklärte der Konzern.

Veolia sei aufgrund der eingegangenen Verpflichtungen rechtlich nicht in der Lage, ein öffentliches Angebot zu unterbreiten, so Suez. „Jedes Angebot wäre illegal.“ Die Ankündigung von Veolia missachte außerdem die Bemühungen des Staates, eine einvernehmliche Lösung im Sinne aller Aktionäre, Mitarbeiter und weiteren Suez-Stakeholder zu fördern.

Gericht untersagt Angebotsabgabe

Heute morgen teilte Suez darüber hinaus mit, dass Veolia die Abgabe eines Angebots gerichtlich untersagt wurde. Eine entsprechende Entscheidung habe das Handelsgericht in Nanterre in einem Eilverfahren getroffen.

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