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Veolia-Chef Frérot: Chinesen an Suez interessiert

Chinesische Investoren
Angeblich ist auch die Beijing Capital Group an Suez
interessiert.
16.11.2020 − 

Zwei Ausschüsse des französischen Senats haben vergangene Woche Antoine Frérot, den CEO des Umweltkonzerns Veolia, über die geplante Übernahme des Wettbewerbers Suez befragt. Frérot stellte dabei das Angebot Veolias an den damaligen Suez-Hauptaktionär Engie als das einzige eines französischen Unternehmens dar, das mit einem "ambitionierten industriellen Projekt" verbunden sei.

Nach Angaben Frérots gab es Interesse aus dem Ausland für Suez, nachdem Engie Ende Juli die Absicht bekundet hatte, sich von der Beteiligung an Suez in Höhe von 32 Prozent zu trennen. Er berichtete im Senat, dass der chinesische Staatskonzern Beijing Capital Group Interesse gegenüber Engie signalisiert habe.

"Unser großer chinesischer Konkurrent"

Das Unternehmen, das Frérot als „unseren großen chinesischen Konkurrenten“ bezeichnete, ist in den Bereichen Umweltdienstleistungen, Infrastruktur, Immobilien und Finanzwesen aktiv. Im Entsorgungssektor ist es auf dem chinesischen Markt sowie in Neuseeland und Singapur tätig. Es ist nicht zu verwechseln mit Bejing Enterprises Holdings Limited (BEHL), dem Eigentümer des Helmstedter Anlagenbetreibers EEW.

Der Verkauf von Suez ist in Frankreich politisch sensibel und umstritten, unter anderem aufgrund der starken Präsenz des Unternehmens im kommunalen Wassersektor und der Abfallentsorgung. Ein weiterer Grund ist der befürchtete Verlust von Arbeitsplätzen.

Investmentfonds Ardian prüft weiter mögliches Übernahmeangebot für Suez

Während dessen untersucht der französische Investmentfonds Ardian weiter die Machbarkeit eines öffentlichen Übernahmeangebots für Suez. Die Finanzinvestoren arbeiten dabei mit dem Verwaltungsrat und dem Führungsteam des Unternehmens zusammen, berichtete die französische Tageszeitung "Le Figaro" Mitte vergangener Woche. Dominique Senequier, die Gründerin und Präsidentin des Fonds, habe vor dem Verwaltungsrat von Suez am 4. Oktober einen Preis von 18,50 € pro Aktie angesprochen, zitiert die Zeitung eine Suez nahestehende Person. Dies würde einem Gesamtpreis von rund 11,6 Mrd € entsprechen.

Das Angebot wäre 0,50 € pro Aktie höher als der Preis, den der Suez-Konkurrent Veolia Anfang Oktober gezahlt hat, um 29,9 Prozent der Suez-Anteile zu erwerben. Mit der Transaktion im Gesamtumfang von rund 3,4 Mrd € erwarb Veolia den Aktienblock von dem Energieversorger Engie, dem damaligen größten Einzelaktionär von Suez. Veolia will Suez vollständig übernehmen und stellt den Eigentümern der verbleibenden Anteile ebenfalls einen Preis von 18 € pro Aktie in Aussicht, wenn der Konzern sein geplantes öffentliches Angebot lanciert.

Suez lehnt das Vorgehen von Veolia von Anfang an als feindliche Übernahme ab und hat nach Investoren für eine Gegenofferte gesucht. Ardian bekundete in Absprache mit Suez Anfang Oktober offiziell Interesse an einer Übernahme des Konzerns, hätte aber noch sechs Wochen Zeit für die Vorbereitung eines verbindlichen Angebots benötigt und zog sich daher am 4. Oktober wieder zurück. Am folgenden Tag nahm Engie das Angebot von Veolia an.

Eine ausführliche Berichterstattung über die neuesten Entwicklungen bei der geplanten Übernahme von Suez durch Veolia lesen Sie in Ausgabe 47/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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