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Türkei 2019 größter Abnehmer europäischer Altkunststoffe


Hälfte der EU-Altkunststoffexporte 2019
mit Zielländern Türkei und Malaysia.
26.03.2020 − 

Innerhalb weniger Jahre haben sich die EU-Außenhandelsströme für Altkunststoffe fundamental geändert. In Folge der strengeren chinesischen Einfuhrbeschränkungen sind die EU-Exporte nach Festlandchina (ohne Hongkong) zwischen 2016 und 2019 um fast 99 Prozent eingebrochen. Als alternative Absatzmärkte rückten vor allem Malaysia und die Türkei in den Fokus der Exporteure. Letztere avancierte 2019 sogar zum größten Abnehmer europäischer Altkunststoffe.

Wie aus aktuell von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen hervorgeht, haben die 28 im Jahr 2019 zur EU gehörenden Staaten im letzten Jahr insgesamt 1,72 Mio Tonnen Altkunststoffe im Wert von 360 Mio € in Länder außerhalb der Union (Drittstaaten) exportiert. Das waren elf Prozent weniger als im Vorjahr und markiert den niedrigsten Stand seit 2005.

Türkei nun Hauptzielland für EU-Exporte

Größter Abnehmer europäischen Altkunststoffs war 2019 erstmals die Türkei. Mit einem nochmaligen Zuwachs der EU-Importe um 52 Prozent auf 410.000 Tonnen schob sich das Land am Bosporus knapp vor Malaysia. Aber auch die Ausfuhr nach Malaysia bleibt trotz internationaler Kritik durch Umweltverbände und trotz Gegenmaßnahmen der malaysischen Regierung hoch und stagnierte im letzten Jahr bei 405.000 Tonnen.

Deutlich besser scheinen die Maßnahmen der vietnamesischen Regierung zu greifen. Importierte das Land in 2017 noch 250.000 Tonnen Altkunststoff aus der EU, waren es 2019 nur noch 44.000 Tonnen. Auch die EU-Lieferungen nach Indien, Indonesien und Taiwan sind im letzten Jahr deutlich gesunken. Hongkong nahm indes wieder knapp 30 Prozent mehr Altkunststoffe an.

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