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Schweizer MVA-Betreiber verfehlen Zielvereinbarung zur CO2-Minderung

CO2 Schrift im Rauchgas
Die Schweizer MVA-Betreiber haben 2020
mehr CO2 emittiert als vereinbart war.
01.09.2021 − 

Die Betreiber von Müllverbrennungsanlagen in der Schweiz haben die mit der Schweizer Bundesregierung vereinbarten Ziele zur Senkung der CO2-Emissionen verfehlt. Das ist dem vom Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) veröffentlichten Monitoring-Bericht zur CO2-Branchenvereinbarung für das Jahr 2020 zu entnehmen.

Dem Bericht zufolge haben die 30 Müllverbrennungsanlagen in der Schweiz im vergangenen Jahr 1,01 Mio Tonnen Kohlendioxid netto emittiert. Vereinbart war eine Senkung der Netto-Emissionen auf 0,94 Mio Tonnen CO2 im Jahr 2020. Das wären 200.000 Tonnen weniger als im Referenzjahr 2010.

Brutto- und Netto-Emissionen

Bei der Berechnung der Netto-Emissionen werden von den tatsächlich emittierten CO2-Mengen – den "Brutto-Emissionen" – die sich aus der Müllverbrennung ergebenen Gutschriften abgezogen. Da bei der thermischen Abfallbehandlung Energie in Form von Strom und Wärme erzeugt wird und damit andere Energieträger substituiert werden, ist mit der Müllverbrennung eine entsprechende CO2-Einsparung verbunden, die von den tatsächlichen Brutto-Emissionen abgezogen wird.

Grundsätzlich ist es so, dass dieser ökologische Benefit sinkt, je höher der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieträgermix ist. Denn die Höhe der Gutschrift berechnen die Schweizer aus dem durchschnittlichen Energieträgermix. Da die Schweiz im Strombereich einen sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien aufweist, bekommen die Müllverbrenner für den erzeugten Strom nur vergleichsweise wenig CO2 gutgeschrieben.

Verbrannte Abfallmenge deutlich gestiegen

Dass die Anlagenbetreiber die vereinbarte Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 200.000 Tonnen knapp verfehlt haben, liegt im Wesentlichen an der deutlichen Steigerung der thermisch verwerteten Abfallmenge seit dem Referenzjahr.

Haben die Schweizer MVA-Betreiber 2010 noch etwa 3,7 Mio Tonnen Abfall verbrannt, waren es zehn Jahre später rund 300.000 Tonnen oder 9,1 Prozent mehr Abfall. Diese Steigerung haben die Schweizer Anlagenbetreiber auch durch eine deutliche Erhöhung der Energieauskopplung und des Metallrecyclings nicht im gewünschten Maße ausgleichen können.

Einen ausführlichen Artikel über die CO2-Emissionen der Schweizer Müllverbrennungsanlagen inklusive Grafiken lesen Sie in Ausgabe 35/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht die Ausgabe ab Dienstag, 14.00 Uhr, als E-Paper zur Verfügung.

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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