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Schrottrecycler machen weiter Front gegen Exportbeschränkungen


BDSV sieht Stahlrecycling in Gefahr und fordert
stärkere Anerkennung des Klimaschutzbeitrags.
24.06.2021 − 

Die Forderungen des Stahlverbands Eurofer nach rechtlichen Beschränkungen des Exports von Stahlschrott stoßen in der Recyclingwirtschaft weiterhin auf großen Widerstand. Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) sieht die Existenz der Stahlrecycler gefährdet. Zudem kritisiert der Verband die momentan starke Fokussierung der Stahlbranche auf die Herstellung von wasserstoffbasiertem „grünen Stahl“.

Den anlässlich der geplanten Revision der Abfallverbringungsverordnung von Eurofer auf EU-Ebene eingebrachten Vorschlag, Schrottexporte zu beschränken, weil diese hohe CO2-Emissionen verursachen, bezeichnet die BDSV in einer aktuellen Pressemitteilung als „klimapolitischen Unsinn“. Stattdessen rechnet der Verband im Falle von Exporthemmnissen mit gravierenden Folgen für das Stahlrecycling: Sammel- und Aufbereitungsmengen von Schrott würden sinken ebenso die Investitionen in Forschung und Entwicklung. Letztlich drohe dem Stahlrecycling der Verlust der wirtschaftlichen Basis, wenn sich Schrottpreise nicht mehr frei am Weltmarkt bilden würden, warnt die BDSV.

Wasserstoffbasierte Strategie von Bundesregierung und Stahlherstellern lässt CO2-Einsparpotenzial von Schrott außer Acht

Weiterhin kritisiert der Schrottverband, dass in den aktuell von der Bundesregierung und den Stahlherstellern diskutierten Strategien zur Transformation der Stahlindustrie hin zu einer klimafreundlicheren Produktion Schrott eine völlig untergeordnete bis nicht existente Rolle spiele. Die finanziell vom Bund unterstützte wasserstoffbasierte Strategie greife „viel zu kurz“. Es sei nicht nur unverständlich, sondern auch unklug, das beeindruckende CO2-Einsparpotenzial von Schrott außer Acht zu lassen, wolle man das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität auch in der Stahlproduktion bis 2050 tatsächlich erreichen.

Eine Lösung, um den Schrotteinsatz zu fördern, wäre eine Beteiligung der Stahlrecyclingbranche an einem europäischen Emissionshandelssystem. Die Möglichkeiten hierzu lässt die BDSV derzeit vom Fraunhofer IMV im Rahmen eines Forschungsprojekts untersuchen. Ferner macht sich der Schrottverband für eine gesetzlich festgeschriebene Mindesteinsatzquote von Stahlschrott in der Stahlproduktion stark.

Auch beim bvse-Schrottforum Mitte Juni wurden die Eurofer-Pläne für Exportbeschränkungen heiß diskutiert. Den ausführlichen Artikel zum Thema lesen Sie in Ausgabe 26/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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