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Remondis, BASF und Quantafuel prüfen Kooperation beim chemischen Recycling

Dr. Michael Bachtler (rechts), der am ChemCycling-Projekt der BASF arbeitet, und Rasmus Kærsgaard (links), Betriebsleiter bei Quantafuel, stehen vor geschredderten Mischkunststoffabfällen.
Geschredderte Mischkunststoffe in der
Pyrolyseanlage von Quantafuel im dänischen Skive.
21.04.2021 − 

Der Entsorger Remondis könnte beim chemischen Recycling von Kunststoffabfällen mit dem Chemiekonzern BASF und dem norwegischen Technologieanbieter Quantafuel kooperieren. Die drei Unternehmen haben erklärt, eine entsprechende Zusammenarbeit beim chemischen Recycling prüfen zu wollen. Untersucht werde dabei unter anderem die "Möglichkeit einer gemeinsamen Investition in eine Pyrolyseanlage", teilte BASF mit.

Dabei soll Remondis die Anlage mit geeigneten Kunststoffabfällen beliefern. BASF wiederum werde das gewonnene Pyrolyseöl im Rahmen seines "ChemCycling"-Projekts als Rohstoff in seiner Produktion einsetzen. Quantafuel soll die Technik für die Anlage liefern und sie betrieben. Ihr Standort werde gemeinsam geprüft, so BASF.

BASF will chemisches Recycling auf Rezyklateinsatzquoten anrechnen

Ob chemisches Recycling künftig zu einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe beitragen kann, hängt nach Aussage des Chemiekonzerns vom rechtlichen Rahmen auf EU- und nationaler Ebene ab. "Dazu gehört, dass Produkte, die auf chemisch recycelten Rohstoffen basieren, auf die Erreichung von Rezyklateinsatzquoten angerechnet werden können", so der Chemiekonzern. Das Unternehmen will einen von unabhängiger Stelle zertifizierten Massenbilanzansatz nutzen, um den Anteil des chemischen recycelten Materials seinen Endprodukten zuzuordnen.

"Um die Herausforderungen von Kunststoffabfällen lösen zu können, bedarf es eines passenden regulatorischen Umfelds", sagte Lars Kissau, Senior Vice President Global Strategic Business Development Petrochemicals von BASF. Er wies auf das selbstgesteckte Ziel des Konzerns hin, ab 2025 jährlich 250.000 Tonnen recycelte Rohstoffe zu verarbeiten. "Dabei ist es wichtig, nur Rohstoffe einzusetzen, die aus Kunststoffabfällen gewonnen werden, welche sonst nicht recycelt worden wären".

Partnerschaft mit Recyclingunternehmen "ideale Konstellation"

Eine Partnerschaft mit Unternehmen aus dem Bereich Recycling und Kreislaufwirtschaft sowie mit innovativen Technologieanbietern sei "eine ideale Konstellation, um ein nachhaltiges Kreislaufwirtschaftsmodell für bisher nicht recycelte Kunststoffabfälle aufzubauen", so Kissau weiter.

Jürgen Ephan, Geschäftsführer Remondis Recycling, wies auf die Bedeutung des gemeinsamen Projekts hin. "Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, die sich die Europäische Union in ihrem visionären Green Deal gesetzt hat, ist es unerlässlich, die Recyclingquoten überall dort zu erhöhen, wo es technisch und wirtschaftlich machbar ist", sagte Ephan. "Wir sind davon überzeugt, dass chemisches Recycling einen sinnvollen Beitrag leisten kann und freuen uns daher, gemeinsam mit BASF und Quantafuel den Weg zu mehr Recycling zu beschreiten."

Kjetil Bøhn, der CEO von Quantafuel, bezeichnete Remondis und BASF als "hervorragende Partner, um ein solch ambitioniertes Projekt in Mitteleuropa in kurzer Zeit zu realisieren und langfristig erfolgreich zu betreiben". Er berichtete von "stetigen Fortschritten" beim Hochfahren der ersten großtechnischen Anlage des Unternehmens in Skive in Dänemark. Sie soll jährlich rund 20.000 Tonnen Kunststoffabfälle verwerten.

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