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Recylex prüft Verkauf von Tochtergesellschaften


Recylex bereitet auch Bleibatterien auf.
29.04.2019 − 

Die finanziell angeschlagene Recylex-Gruppe denkt über den Verkauf einzelner Unternehmensbestandteile nach. Im Rahmen der laufenden Finanzierungsgespräche prüfe man die Veräußerung von Nicht-Kerngeschäften, erklärte der Konzern in der letzten Woche. Konkret nennt Recylex dabei die auf das Recycling von Zinkabfällen spezialisierte Norzinco GmbH mit Sitz in Goslar sowie die im Recycling von Sondermetallen spezialisierte PPM Pure Metals GmbH aus dem benachbarten Langelsheim. Der strategische Überprüfungsprozess befinde sich allerdings noch in einem sehr frühen Stadium, eine finale Entscheidung über eine mögliche Veräußerung wurde daher noch nicht getroffen, betonte Recylex.

Unterdessen ziehen sich die Verhandlungen zwischen dem deutschen Teilkonzern von Recylex und den Gläubigern weiter hin. Zwar habe man sich bereits auf die grundsätzlichen Punkte einer Finanzierungsvereinbarung geeinigt, der Abschluss einer definitiven Vereinbarung wird aber erst für Mitte Mai angestrebt, heißt es. Daher bittet der Konzern die Finanzierungspartner ihren Verzicht auf vorzeitige Beendigung der bestehenden Finanzierung bis Ende Mai zu verlängern. Diese Frist wurde bereits mehrfach nach hinten geschoben.

Vor allem aufgrund von technischen Problemen bei der Integration eines Reduktionsofens in der Bleihütte der Tochtergesellschaft Weser-Metall in Nordenham musste Recylex im vergangenen Jahr einen deutlichen Umsatzrückgang verbuchen (EUWID 8/2019). Auch im laufenden Jahr entwickeln sich die Geschäfte der deutsch-französischen Unternehmensgruppe weiter negativ. So meldet der Konzern für das erste Quartal einen Rückgang des Umsatzes um 20 Prozent auf 75,8 Mio €. Vorstandschef Sebastian Rudow führt den „bedeutenden Rückgang“ hauptsächlich auf geringere Metallpreise und längere Wartungsstillstände in den Bereichen Blei und Zink zurück.

Einen ausführlichen Bericht zu den aktuellen Geschäftszahlen und den Plänen von Recylex lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 18/2019. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht der Text bereits ab Dienstag 14.00 Uhr im E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

 

*Update (30.4.)*: Die Finanzierungspartner von Recylex haben ihren Verzicht auf vorzeitige Beendigung der bestehenden Finanzierung bis zum 15. Mai verlängert. Bis zum gleichen Zeitpunkt wurde auch die Laufzeit der Brückenfinanzierung, die der deutsche Teilkonzern mit der Glencore International AG vereinbart hat und die im Laufe des ersten Quartals um vier Mio € auf 14 Mio € erhöht wurde, verlängert, teilte Recylex weiter mit. Glencore ist mit 30 Prozent der größte Einzelaktionär des deutsch-französischen Unternehmens. Aufgrund der weiter laufenden Gespräche mit den Gläubigern ist Recylex nicht in der Lage, die bis heute gesetzte Frist zur Einreichung des Jahresabschlusses für das Jahr 2018 bei der Finanzaufsicht einzuhalten.

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