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Österreichs Zementer setzten 2019 weniger Ersatzbrennstoffe ein


Österreichs Zementindustrie gewinnt 78 Prozent der
benötigten thermischen Energie aus EBS.
16.07.2020 − 

Österreichs Zementindustrie hat im letzten Jahr erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009/10 signifikant weniger Abfälle mitverbrannt. Die Menge der im Klinkerbrennprozess eingesetzten Ersatzbrennstoffe (EBS) sank um knapp 30.000 Tonnen auf 535.000 Tonnen. Die durch Verbrennung alternativer Brennstoffe wie vor allem Kunststoffabfällen, Altreifen und Papierfaserreststoffen erzeugte Energie verringerte sich von 11.200 auf 10.700 Terajoule.

Da gleichzeitig der thermische Energieeinsatz konventioneller Energieträger von 2.600 auf 2.900 TJ stieg, sank der Ersatzbrennstoffenergieanteil am gesamten thermischen Energieeinsatz (Substitutionsgrad) gegenüber 2018 von 81,2 auf 78,4 Prozent. Das geht aus dem neuen Emissionsbericht der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie (VÖZ) hervor.

Dies sei allerdings keine Trendwende. Es handele sich nur um einen vorübergehenden Einbruch aufgrund von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in einzelnen Werken, erklärte Felix Papsch, Leiter der VÖZ-Abteilung Technologie & Umwelt, auf Nachfrage von EUWID. Österreich bleibe weltweit führend beim Ersatzbrennstoff-Einsatz.

Dies betonte auch VÖZ-Vorstandsvorsitzender Rudolf Zrost am Montag bei der Vorstellung des Emissionsberichts 2019 sowie des VÖZ-Jahresberichts 2018/19. Die Branche sei zweifacher Weltmeister. Zrost: „Wir emittieren bei der Herstellung am wenigsten CO2 pro Tonne Zement. Und im weltweiten Vergleich haben wir in Österreich den Einsatz von Kohle, Öl und Gas am meisten zurückgedrängt: Mit etwa 80 Prozent Ersatzbrennstoffen führen wir das internationale Ranking mit Abstand an.“

Zrost und VÖZ-Geschäftsführer Sebastian Spaun lobten die anhaltend hohen Investitionen der Zementwerke. Mit 75,2 Mio € erreichten die Anlageninvestitionen im letzten Jahr demnach einen neuen historischen Höchststand. Davon entfielen 33,8 Mio € auf Investitionen in den Klima- und Umweltschutz. Insgesamt hat die österreichische Zementindustrie Verbandsangaben zufolge in den vergangenen zehn Jahren rund 400 Mio € für Klima- und Umweltschutzmaßnahmen ausgegeben.

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