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Kaum Fortschritte bei Altgerätesammlung in Europa


Für das Sammelziel von 65 Prozent müssen die
E-Schrottmengen in fast allen EU-Staaten erheblich steigen.
08.01.2020 − 

Europaweit bedarf es weiterhin starker Anstrengungen zur Steigerung der Sammelmengen von E-Schrott. Laut aktuellen Eurostat-Zahlen hat zwar die überwiegende Mehrheit der EU-Staaten das Mindestsammelziel von 45 Prozent im Jahr 2017 erreicht. Für die seit letztem Jahr geltende Mindestvorgabe von 65 Prozent müssen die Mengen in den meisten Mitgliedsländern jedoch noch erheblich gesteigert werden.

Mit Ausnahme von Malta, Rumänien und Zypern, für die bei Eurostat noch keine Zahlen für 2017 vorliegen, haben alle EU-Staaten das 45-Prozent-Ziel erreicht oder zumindest nur knapp verfehlt. Mit Quoten von jeweils rund 80 Prozent standen Estland, Kroatien und Bulgarien an der Spitze. Deutschland lag zwar knapp über der Mindestvorgabe, blieb aber dennoch erneut hinter dem EU-Schnitt von rund 48 Prozent zurück.

Auf Basis der von Eurostat für das Jahr 2017 zur Verfügung gestellten Daten wird deutlich, dass die offiziell gemeldete Sammelmenge für 2018 um rund 1,6 Mio Tonnen höher ausfallen müsste, um das Ziel von 65 Prozent zu erreichen. Hier fehlen aber beispielsweise noch die Zahlen zu Italien, die den Umfang der benötigten Mengensteigerung schätzungsweise um weitere rund 200.000 Tonnen erhöhen.

Für die Zielerreichung im Jahr 2019 ebenfalls noch nicht berücksichtigt sind außerdem die sehr wahrscheinlich weiter zunehmenden Verkaufsmengen. In den EU-Staaten, für die ein Vergleich zu den Vorjahreswerten aufgrund der Eurostat-Zahlen möglich ist, ist die insgesamt verkaufte Menge an Neugeräten zwischen 2014 und 2017 um 15 Prozent gestiegen. In Deutschland hat sich der Trend zu steigenden Verkaufsmengen 2018 sogar nochmals verstärkt. Umso mehr Neugeräte verkauft werden, umso mehr Altgeräte müssen jedoch auch in den offiziellen Erfassungskanälen verzeichnet werden, um die Sammelziele der EU zu erreichen.

Erfassungsmengen steigen nur langsam an

Die Zahlen für das Jahr 2017 machen dabei nur wenig Hoffnung auf steigende Sammelmengen. So weisen die Zahlen von Eurostat insgesamt nur ein leichtes Plus bei den Erfassungsmengen in der gesamten EU aus. Während die Mengen insbesondere in Deutschland, Österreich und Spanien signifikant gestiegen sind, wurde in anderen Mitgliedstaaten zum Teil deutlich weniger E-Schrott erfasst. Am stärksten fiel der Rückgang bei den britischen Mengen aus. Hier wurden für das Jahr 2017 insgesamt 100.000 Tonnen weniger Altgeräte nach Brüssel gemeldet.

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