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Mehrheit der EU-Staaten erreicht Mindestvorgaben bei der Altgerätesammlung


(Symbolbild)
12.09.2018 − 

Die überwiegende Zahl der EU-Staaten hat die Sammelvorgabe der europäischen Altgeräterichtlinie für das Jahr 2016 erfüllt. Insgesamt 17 Mitgliedstaaten sowie Norwegen erreichten die Mindestsammelquote von 45 Prozent. Fünf weitere Länder – darunter auch Deutschland – scheiterten mit Quoten von über 40 Prozent nur knapp an der Zielvorgabe. Laut aktuellen Zahlen von Eurostat ist die erfasste E-Schrottmenge in der EU im Berichtsjahr 2016 um 17 Prozent auf insgesamt 4,5 Mio Tonnen gestiegen. Bezogen auf die im Schnitt der drei Vorjahre auf den Markt gebrachte Menge an Neugeräten lag die Sammelquote bei fast 49 Prozent – ein Plus von sechs Prozentpunkten gegenüber 2015.

Die mit Abstand stärkste Steigerung bei den absoluten Mengen weist die Statistikbehörde für Großbritannien aus. Dort stieg die erfasste Altgerätemenge 2016 nicht nur um fast die Hälfte, mit 970.000 Tonnen wurde auch Deutschland als größtes europäisches Land bei der E-Schrottsammlung abgelöst. Die verstärkten britischen Anstrengungen spiegeln sich auch in der Pro-Kopf-Sammelmenge wider. Mit fast 15 Kilogramm E-Schrott je Einwohner reicht das Vereinigte Königreich fast an die skandinavischen Spitzenreiter Schweden und Norwegen heran.

Mit knapp 45 Prozent lag die deutsche Sammelquote 2016 unter dem europaweiten Schnitt. Anders sieht es aus, wenn man die Sammelanstrengungen nicht auf die Verkaufsmenge an Neugeräten, sondern auf die Einwohnerzahl bezieht. Hier lag die über offizielle Sammelkanäle erfasste E-Schrottmenge in Deutschland mit 9,5 Kilogramm pro Kopf über dem EU-Schnitt von 8,9 Kilogramm.

Insbesondere aufgrund größerer Mengen bei den Haushaltsgroßgeräten war die Sammelmenge in Deutschland 2016 um 60.000 Tonnen auf 780.000 Tonnen gestiegen. Erste Zahlen für 2017 deuten allerdings daraufhin, dass das Wachstum sich im vergangenen Jahr nicht im selben Maße fortgesetzt hat und die Erreichung der Mindestquote von 45 Prozent erneut knapp werden könnte.

Noch deutlich stärkere Anstrengungen bei der Sammlung von Altgeräten müssen für die Erfüllung der ab 2019 geltenden Mindestquote von 65 Prozent unternommen werden. Dies gilt allerdings nicht nur für Deutschland, sondern für nahezu alle EU-Staaten. Im Jahr 2016 haben nämlich erst vier Mitgliedstaaten diesen Wert erreicht – neben den osteuropäischen Ländern Bulgarien, Kroatien und Estland, für die sich aus den Eurostat-Zahlen Sammelquoten von 87 bis 97 Prozent ergeben, hat auch Schweden die neue Mindestvorgabe bereits knapp erfüllt.

Insgesamt fehlen europaweit für die Zielmarke von 65 Prozent rund 1,5 Mio Tonnen. Die bisher über die offiziellen Sammelkanäle erfasste Menge an E-Schrott müsste also ab dem kommenden Jahr um ein Drittel höher ausfallen als 2016. Eine Reihe von Marktteilnehmern hat nicht zuletzt aufgrund der weiterhin großen Mengen an illegal verbrachten und nicht über die offiziellen Kanäle entsorgten Altgeräten große Zweifel an der Erreichung dieser Zielvorgaben.

Den kompletten Bericht lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 38/2018. Die aktuelle Ausgabe steht bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

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