|  
International» weitere Meldungen

Investitionsvolumen für Recycling von Lithium-Batterien in Europa auf 6,6 Mrd € geschätzt


Insbesondere durch den Ausbau der Elektromobilität wird
die Menge an Lithium-Akkus für das Recycling in
Europa bis 2040 stark ansteigen.
19.11.2021 − 

Das Aufkommen an alten Lithium-Ionen-Akkus sowie von Batteriekomponenten könnte in Europa bis 2040 auf rund 1,5 Mio Tonnen im Jahr ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Impuls-Stiftung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

„Um derartige Recyclingmengen bewältigen zu können, müssen die Recyclingkapazitäten, die heute in Europa noch im niedrigen zweistelligen Kilotonnen-Bereich pro Jahr liegen, deutlich ausgebaut werden“, erläutert der Koordinator der Studie, Christoph Neef. Dafür werde in Europa Anlagentechnik benötigt, die je nach Geschwindigkeit des Marktwachstums und des globalen Anteils europäischer Recyclingkapazitäten Investitionen in Höhe von etwa 6,6 Mrd € bis 2040 erfordern, rechnet der Wissenschaftler des Fraunhofer ISI vor.

Im Basisszenario gehen die Karlsruher Wissenschaftler zunächst von einem Anstieg der Anfallmenge auf rund 230.000 Tonnen bis zum Jahr 2030 aus. Die bereits um mögliche Fahrzeug- und Batterieexporte bereinigten Zahlen bedeuteten ein jährliches Wachstum von über 30 Prozent in den nächsten Jahren, heißt es.

Produktionsabfälle treiben Recycling zunächst voran

Der Rücklauf von Traktionsbatterien aus Elektrofahrzeugen spiele mittel- und langfristig zwar die Hauptrolle für das Mengenaufkommen. Kurzfristig werde die Entwicklung aber durch die in Europa entstehenden Zellfertigungen und entsprechende Produktionsausschüsse getrieben. Im Gegensatz zu gebrauchten Batterien aus Anwendungen fielen diese Neuschrotte an definierten Orten an und könnten leicht einem lokalen Recycling zugeführt werden. Deshalb erwarte man hier keine nennenswerten Exportmengen.

Die Autoren der Studie gehen daher davon aus, dass Produktionsschrotte bis etwa 2030 mehr als die Hälfte der dem europäischen Recycling zugeführten Materialien von Lithium-Ionen-Batterien ausmachen werden. Mit dem vermehrten Erreichen des Lebensendes heute und in den nächsten Jahren zugelassener Elektrofahrzeuge werde sich der Anteil der Produktionsschrotte am Gesamtaufkommen für das Recycling jedoch deutlich verringern.

Den kompletten Bericht – mit weiteren Details zu Mengen, dem Wert der zurückgewonnenen Materialien und zu welchem Grad diese den Rohstoffbedarf in der Batterieproduktion decken können –  lesen Sie nächste Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 47/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − N+P übernimmt Rotterdamer LVP-Sortieranlage von Prezero

Renewi erhöht Gewinnprognose nach starker erster Hälfte des Geschäftsjahres  − vor