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Illegale Entsorgung von Corona-Abfall: Über 100 Festnahmen bei "Operation Retrovirus"

Krankenhausabfall
Krankenhausabfall (Symbolbild)
02.12.2020 − 

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat die illegale Behandlung und Entsorgung von kontaminierten Abfällen potenziell zugenommen. Die europäische Polizeibehörde Europol hat daher die Operation Retrovirus eingeleitet, um den illegalen Handel, die Lagerung, Deponierung und die Verbringung von kontaminierten Abfällen sowie Dokumentenbetrug einzudämmen.

Fast 280.000 Inspektionen und 102 Festnahmen führte Europol seitdem nach eigenen Angaben durch. Unter anderem untersuchte die Umweltabteilung der spanischen Guardia Civil im Rahmen der Operation ein ungenanntes Unternehmen mit Standorten in Barcelona, Madrid, Murcia, Valencia, Tarragona und Saragossa und Verbindungen zu einem anderen Unternehmen aus der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Die spanischen Beamten durchsuchten neun Standorte und verhafteten 20 Personen für Verbrechen gegen die Umwelt, Arbeitnehmerrechte und die öffentliche Gesundheit.

Der kontaminierte Coronamüll sei laut Europol nicht ordnungsgemäß unter hohem Druck sterilisiert worden, um alle gefährlichen Bestandteile zu beseitigen. Stattdessen habe das Unternehmen die Behandlungsdauer verkürzt, um die Gewinne zu steigern. Diese unangemessene Behandlung des Coronamülls bringe hohe Risiken für die öffentliche Gesundheit mit sich, so die Strafverfolgungsbehörde.

Verhaftungen in Portugal und fast 800.000 € in Vermögenswerten beschlagnahmt

In Portugal inspizierte die Nationale Republikanische Garde den Angaben zufolge mehr als 2.000 Unternehmen, Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Diese Aktivitäten  führten zur Aufdeckung von mehreren Verwaltungsverstößen, insgesamt 30 Verhaftungen und der Beschlagnahme von Vermögenswerten im Wert von fast 800.000 €.

Des Weiteren konzentrierten sich die Strafverfolgungsbehörden auch auf den Transport von kontaminierten Abfällen in der EU. So hätten Behörden aus Tschechien, Polen, Rumänien und der Slowakei beispielsweise mehrfach illegale Transporte identifiziert und diese dann in ihr Herkunftsland zurückgeschickt, so Europol.

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