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HVC schließt Übernahme von AEB Amsterdam aus

HVC wird die AEB nicht übernehmen
HVC wird die AEB nicht übernehmen.
07.10.2019 − 

Die angestrebte kommunale Lösung für den niederländischen MVA-Betreiber AEB Amsterdam ist gescheitert. Der Entsorger HVC gab am vergangenen Freitag bekannt, dass in Gesprächen mit AEB und der Stadt Amsterdam keine Lösung gefunden werden konnte, die eine Übernahme der Verbrennungsaktivitäten von AEB innerhalb der von HVC vorab definierten Rahmenbedingungen ermöglicht hätte. HVC sieht deshalb nach eigener Aussage davon ab, eine Übernahme der Aktivitäten weiter zu untersuchen.

Die Stadtverwaltung Amsterdams hatte eine Übernahme ihrer Tochtergesellschaft AEB durch HVC unterstützt, weil dies eine Möglichkeit geboten hätte, den MVA-Betreiber zu retten, ohne die Kontrolle über das Unternehmen vollständig aufzugeben oder es zu privatisieren.

Die Rettungspläne für AEB sahen vor, dass die Stadt Amsterdam in den HVC-Gesellschafterkreis einsteigt, der sich aus 44 Gemeinden und sechs Wasserbehörden zusammensetzt, und HVC den MVA-Betreiber AEB von Amsterdam übernimmt. Die Unternehmensleitung von AEB war an einem Verkauf des Unternehmens an den privaten Entsorger Beelen interessiert.

Verwässerung der HVC-Anteile durch Einstieg Amsterdams

Unter den Gesellschaftern von HVC gab es nach ihrer Bekanntgabe Widerstände gegen die Übernahmepläne. Mehrere Kommunen wiesen auf die möglichen Probleme hin, zu denen der Schuldenstand der AEB, Unterschiede in der Unternehmenskultur und die Verwässerung ihrer Anteile an HVC durch einen Einstieg Amsterdams gehörten.

Die AEB befindet sich in technischen und finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen musste Anfang Juli aus Sicherheitsgründen vier seiner sechs Verbrennungslinien schließen. Dadurch entfielen 70 Prozent der Gesamtkapazität der Anlage, die sich auf 1,4 Mio Tonnen Abfall jährlich beläuft, was mit entsprechenden Einnahmeausfällen für AEB und Schadenersatzforderungen seitens der Abfalllieferanten verbunden ist.

Zwei von vier Linien "bald" wieder in Betrieb?

Zwei der vier derzeit stillgelegten Linien sollen nach Angaben der Stadt Amsterdam den Betrieb bald wieder aufnehmen. "Wir arbeiten hart daran, die beiden anderen Linien noch in diesem Jahr wieder in Betrieb zu nehmen", so die Stadt am Freitag. Aus Entsorgerkreisen hieß es, die beiden derzeit noch stillgelegten Linien sollen im November den Betrieb wieder aufnehmen. Bestätigt hat AEB diese Information bislang allerdings nicht.

Angesichts der Lage hat die Stadt Amsterdam mitgeteilt, der AEB weitere 45 Mio € zur Verfügung zu stellen – zusätzlich zu den 35 Mio €, die der Stadtrat bereits zur Verfügung gestellt hatte. Die Finanzspritze gebe der Kommunalverwaltung die benötigte Zeit abzuwägen, was das Beste für die Stadt und das Unternehmen sei, hieß es aus Amsterdam.

Positiv seien die konstruktiven Gespräche mit den Banken über einen möglichen Teilverkauf der AEB. Dies erhöhe die Sicherheit, dass die zusätzliche finanzielle Unterstützung kurzfristig an die Gemeinde zurückfließe, so die Stadt.

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