|  
International» weitere Meldungen

Geminor: "Wir brauchen einen berechenbareren Markt"

Der Abfallmarkt in Europa ist zu anfällig, sagt Geminor-Chef Ralf Schopwinkel.
Der Abfallmarkt in Europa ist zu anfällig, sagt
Geminor-Chef Ralf Schopwinkel.
24.09.2019 − 

Die Teilabschaltung beim niederländischen Anlagenbetreiber AEB droht den Entsorgungsmarkt in Europa in eine Krise zu stürzen. Für Geminor-Chef Ralf Schopwinkel ist es ein "Weckruf“: Der Abfallmarkt in Europa sei zu anfällig, sagt Schopwinkel im Interview mit EUWID. Notwendig seien eine intelligentere Behandlung sowie bessere Lagereinrichtungen – und mehr Kapazitäten.

EUWID: In diesem Sommer hat die AEB in Amsterdam vier ihrer sechs Verbrennungslinien aufgrund von Betriebs- und Sicherheitsproblemen vorübergehend stillgelegt. Welche Folgen hat der plötzliche Abbau von so viel Kapazität für den Entsorgungsmarkt?

Schopwinkel: Als größte und eine der modernsten Anlagen zur Fernwärme- und Energieerzeugung in Europa verursacht ein Stillstand bei der AEB natürlich Schwierigkeiten: Die AEB verbrennt jährlich mehr als 1,4 Mio Tonnen behandelten Abfall – das Meiste davon wird importiert.

Der Stopp der Wärmeversorgung mag für die Endkunden in einem warmen Sommermonat ein geringes Problem sein, aber für die europäische Entsorgungswirtschaft hat der Wegfall der Verbrennungskapazität große Auswirkungen. Das zeigt sich insbesondere in Großbritannien, denn UK ist der größte Exportmarkt für Ersatzbrennstoffe in Europa.

Allerdings hat die AEB diese Probleme nicht allein verursacht. Denn die niederländischen Behörden haben daraufhin beschlossen, keine neuen Notifizierungen mehr zuzulassen. Das wird einerseits dazu führen, dass wieder mehr Abfälle deponiert werden. Andererseits werden in ganz Europa die Verbrennungspreise steigen.

Eine einzige Verbrennungsanlage hat das gesamte Marktgleichgewicht durcheinandergebracht. Betroffen sind nicht nur Großbritannien, sondern alle Länder, die Abfälle exportieren. In Zeiten, in denen asiatische Länder deutlich weniger Abfälle aus Europa annehmen, kämpfen auch Länder wie Italien, Frankreich und Deutschland um ausreichende Verwertungslösungen für ihre wachsenden Abfallmengen.

Das vollständige Interview lesen Sie in Ausgabe 39/2019 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht unsere aktuelle Ausgabe bereits im E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Alba recycelt mit Partnern Kunststoffe in Hongkong

Derichebourg kauft spanischen Schrottrecycler Lyrsa  − vor