|  
International» weitere Meldungen

Geminor-Chef: Entsorgungsmärkte in Europa müssen sich langfristig entwickeln

Geminor-CEO Kjetil Vikingstad
Europa muss UK als Exportmarkt ersetzen, sagt
Geminor-CEO Kjetil Vikingstad.
30.11.2021 − 

Die Entsorgungsmärkte in Europa müssen sich mittel- bis langfristig entwickeln, um Großbritannien als Exporteur von Ersatzbrennstoffen zu ersetzen. Diese Ansicht hat der CEO des norwegischen Abfall- und Rohstoffhändlers Geminor, Kjetil Vikingstad, in einem vom Unternehmen veröffentlichten Namensbeitrag vertreten. Gleichzeitig nehmen die Logistikprobleme in der Entsorgungswirtschaft zu.

Der größte Exportmarkt für Ersatzbrennstoffe in Europa ist nach wie vor Großbritannien. Der nun nicht mehr zur EU gehörende Inselstaat beliefert seit einigen Jahren viele Verbrennungsanlagen in Nord- und Westeuropa – Geminor ist einer der größten Händler in diesem Geschäft und hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr europaweit rund 1,7 Mio Tonnen EBS verarbeitet und gehandelt. In den letzten Monaten habe die Covid-Pandemie zu einem deutlichen Rückgang der Abfallmengen in Großbritannien geführt, schreibt Vikingstad in seinem Beitrag.

Ersatzmärkte für Großbritannien gesucht

Die EBS-Exporte aus Großbritannien seien im ersten Halbjahr 2021 in der Folge um 540.000 Tonnen zurückgegangen, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang um fast ein Viertel der Exportmenge entspreche. Da gleichzeitig die Verbrennungskapazität in Großbritannien deutlich ansteige, rechnet Geminor damit, dass die für den Export zur Verfügung stehende Menge sich wahrscheinlich noch weiter reduzieren wird. Die geringeren Mengen, die in Großbritannien für den Export zur Verfügung stehen, werden sich im Laufe der Zeit deutlich auf die europäischen EBS-Märkte auswirken, vermutet Vikingstad.

"In dieser Hinsicht gibt es eine wachsende Nachfrage nach neuen Märkten, die die Mengen aus Großbritannien ersetzen können." Länder wie Polen und Italien entwickelten derzeit Exportmärkte für EBS, aber längerfristig müssen auch andere europäische Länder einspringen, so der CEO von Geminor weiter. Gegenwärtig gebe es in vielen europäischen Ländern nur wenige Beschränkungen für die Deponierung nicht vorbehandelter Siedlungsabfälle. Statt sie stofflich oder energetisch zu verwerten, die Recyclingquoten zu erhöhen und den Markt zu stabilisieren, würden sie ungenutzt deponiert, kritisiert Vikingstad.

Einen ausführlichen Artikel, wie Geminor den europäischen Entsorgungsmarkt sieht, lesen Sie diese Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 48/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Prezero schließt Übernahme von Cespa in Spanien und Portugal ab

EU-Wettbewerbsdirektion prüft Zusagen von Veolia und Suez  − vor